Drahtlose Musik für Zuhause | Sonos im Test

Die Freude war groß, als uns der UPS-Mann unsere Testgeräte von Sonos brachte. Und nun ist es nicht ein paar Stunden her, dass er sie wieder abgeholt hat. Ja, wir haben schon ein hartes Leben. Und eigentlich wissen wir gar nicht, wo wir anfangen sollen. Schließlich hatten wir drei Wochen Zeit den Sonos Play:3 und den Sonos Sub zu testen. 

Also fangen wir dort an, wo die Story beginnt. UPS-Mann bringt zwei Pakete. Eines davon groß, rund 20 Kilo. Das andere eher klein. Soweit so gut. Empfang bestätigt und ab dafür. Mit Spannung die Pakete ausgepackt. Ziemlich schwer der Sub. In diesem Fall nicht großartig die Gebrauchsanleitung gelesen. Wir wussten ja, dass es u.a. für Mac ist. Wir haben ausschließlich mit Apple Produkten getestet und können zu anderen Systemen keine Angaben machen.

Während Janik schwer auf Windows plädiert, Ulf eher einen auf Linux macht, bin ich seit Jahren (schon vor dem Hype) Apple Jünger. Ich muss mir zwar nicht jeden neuen Trend von Apple kaufen, aber die Grundausstattung hat man halt zuhause. (Obwohl ich ja immer noch Blackberry-Handy-User bin).

Sonos in der Installation

Ansonsten iMac, Mac Book, Zweithandy iPhone, iPad, iTV-Box usw, alles was das Apple-Herz begehrt. Also sind die Sonos dann doch mal eine willkommene Abwechslung im Apple-Universum. Sonos läuft über sein eigenes Sonos Net 2.0 und über die „AirPlay-Technologie“ (hier benötigt man ein Apple AirPort Express-Station). Die Installation wird dem Nutzer leicht gemacht. Einfach eine CD in den Mac eingeschmissen und fertig. Naja, ganz so einfach ist es nicht, aber fast. Vorher haben wir den Play:3 an den Router angeschlossen. Stromverbindung darf natürlich auch nicht fehlen.

Natürlich kann man sein System registrieren lassen, um regelmäßige Software-Updates zu erhalten. In dem Test haben wir bewusst darauf verzichtet. Doch die Einrichtung des Play:3 geht innerhalb von fünf Minuten von statten. Also sehr schnell. Ein paar Schwierigkeiten hatten wir mit dem Sub, da das System den Sub dreimal nicht gefunden hat, obwohl die Geräte nebeneinander standen. (ja, die Betriebsanleitung hatten wir dann doch vorliegen).  Der Play:3 wird sehr schnell gefunden. Einfaches Knopfdrücken ermöglicht das Auffinden des Zweitgerätes. 

Doch innerhalb von weiteren 10 Minuten war das Problem behoben. 15 Minuten grenzt schon fast an Rekordzeit. Zwar nicht so ganz wie kaufen, einschalten, funktioniert. (regelmäßige Leser wissen was ich meine) Aber auch nicht unbedingt schlimm. Was sind schon 15 Minuten. Mittlerweile standen die Geräte an verschiedenen Orten. Der Play:3 etwas unterhalb des Sonos Sub, der einen, bedingt durch sein representatives Aussehen, Sonderplatz auf der Kommode eingenommen hat.

 Der Sound der Play:3 und des Sub

Der erste Eindruck des Sounds war gut, obwohl man nicht ausmachen konnte, ob der Sub wirklich lief. Man musste schon ganz nah an das Gerät gehen, um den „Wumms“ zu hören. Aus jahrelanger Hör-Erfahrung weiß ich, dass ein Bass (in diesem Fall der Sub) auf dem Boden stehen sollte. Eigentlich viel zu schade, denn der Sub sieht echt stylisch aus. Aber gesagt, getan. Ansonsten ist der Sub sehr unaufdringlich. In seiner Nähe hat man das Gefühl, der Sub würde keine Rolle spielen. Hier muss man jedoch seinen Hör-Radius erweitern. Erst danach erkennt man die Kraft des Sub. Ebenfalls schallt der Sub nicht „in den Boden“. Ebenso wenig hatte der Subwoofer Auswirkungen auf den Plattenspieler, der neben ihm (nach erneutem Platzwechsel) stand.

Kommen wir zu dem Play:3. Er klingt sehr „unrund“ oder „unvollkommen“ und sehr Hochton-lastig, auch wenn er mit allein für sich steht. Der Drei-Wege-Lautsprecher Play:3 verfügt über einen Hochtöner und zwei Mitteltöner.

In unserem Test hatten wir leider nur einen (!) Play:3 zur Verfügung. LEIDER! Bedingt dadurch können wir das Gesamtbild nur befriedigend urteilen. Unrund, unvollkommen, zu hoch, zu dumpf.  (Unser Testzimmer hatte ein Größe von 30 Quadratmeter.) Hätte man als Hörer zwei von den Play:3 zur Verfügung, hätte man einen, in unserem Fall, ganz anderen Sound. Vollkommener, weicher, in sich abgestimmter. Wir können zwar nur mutmaßen, wie es sich mit beiden Play:3 anhören könnte, wissen aber aus Erfahrung, dass sich unsere Meinung nur selten getäuscht hat. Beim vollen Aufdrehen sind uns die Ohren nicht abgefallen! Und die Sonos muss man laut hören, da sie dann ihre volle Kraft entfalten.

Ein Play:3 ist unser Meinung nach nicht ausreichend, also sollte schon ein Zweiter her. Sicherlich, eine Frage des Geldes, denn der Play:3 schlägt mit 299 Euro zu buche. (laut UVP). Play:3 mal zwei + den Sub – naja rechnen könnt ihr selbst)

ABER: das Ding hat trotzdem was drauf. Für die Küche oder das Bad ist der Play:3 definitiv super geeignet. Auch ohne den Sub, den man dann getrost im Wohnzimmer stehen lassen kann. In Küche und Bad nutzt man den Klang der Räume aus.

Aussehen der Sonos

Wie bereits erwähnt, sieht der Sub echt stylisch aus. Dafür mal die Note 1. Allerdings zieht der Sub unheimlich viel Staub an, dem auch nur schwer beizukommen ist. Auch mit einem antistatischem Staubtuch, was nun nicht so wirklich empfehlenswert ist. Den Play:3 hat die Firma leider etwas vernachlässigt. Wir haben ein anthrazit-farbiges Modell erhalten.  Wie gut, dass es den Play:3 auch in Schwarz und Weiß gibt. Den schwarzfarbigen würden wir allerdings passender zum Sub finden. Diesen gibt es jedoch nur in mattem schwarz. Schade. Eine Vorrichtung, wo man den Play:3 aufhängen könnte, gibt es ebenfalls nicht. Lösung hier: ein kleines Wandregal stylisch von Ikea. 🙂

Software zu den Sonos

Um die Sonos Lautsprecher einwandfrei nutzen zu können, wird empfohlen die Software von der CD auf dem Mac zu installieren oder die App auf dem mobilen Gerät zu installieren.  Die iTunes Mediathek lässt sich problemlos auf die Sonos Software synchronisieren. Diese Software ist übrigens nicht nur für Mac konzipiert, sondern kann auch auf Windows Rechner  und Android Geräte installiert werden. Mit der Sonos Software, die es auch als Mobile App gibt, kann man je nach Streaming Raum einzeln einstellen. Die abgespielten Songs fassen sich in eine Play-List zusammen, die sich speichern lässt und auf Wunsch abgespielt werden kann. So kann man beispielsweise in der Küche andere Musik als im Badezimmer laufen lassen.

Ein paar Probleme scheint der Sonos Software mit den Updates aus der eigenen iTunes Mediathek zu haben. Ungewohnt, denn wenn man seine Lautstärkeregelung am Mac verändert, wird der Sonos nicht lauter oder leiser. Hier muss man sich dem System von Sonos unterwerfen. Dies liegt jedoch nicht an dem Sonos System an sich, sondern u.a. an Apple und am Air Play. Die Einstellungen des Equalizer der Sonos Software sind nicht ausreichend. Auch hier übernimmt die Sonos Software keine Mac Einstellungen. Positiv jedoch, die Software nimmt das Überblenden einzelner Tracks vor und das gar nicht mal so schlecht. Sehr schön ist ebenfalls, dass die Cover der einzelnen Alben dargestellt sind, sofern sie in der Mediathek vorhanden waren.

Negative Merkmale der Sonos

Neben des unrunden Klang eines (!) Play:3 und dem unpassendem Aussehen fällt besonders auf, dass sich das Soundsystem nicht ans iPad andocken lässt. Trotz App. Nach ein paar Versuchen haben wir es aufgegeben. Wer seinen Fernseher über ein Soundsystem angeschlossen hat, wird ebenfalls in die Röhre schauen. Dazu benötigt man einen so genannten Sonos Connect, mit diesem können problemlos Fernseher und andere Geräte angeschlossen werden. Die Playstation erkennt zwar die Sonos, kann aber deren Output nicht nutzen. Hier wird ebenfalls der Connect benötigt. Keine Verbindung trotz vernetztem WLAN möglich. Die iTV Box von Apple lässt sich ebenfalls nicht integrieren, dabei kommunizieren Mac, iPhone und iPad ohne Probleme miteinander. Kompatibel ist die Sonos Software auch nicht mit der Apple Fernbedienung. Also muss man, wenn man lediglich einen Mac (!) nutzt, um die Lautstärke zu regulieren oder einen anderen Song auszuwählen immer zum Hauptportal am Computer rennen oder sich eine Fernbedienung von Sonos dazu kaufen. Die Steuerung über iPhone, iPad oder iPod-Touch funktioniert mittels App jedoch problemlos. Ebenfalls verfügbar für Android. Apple-User kennen diesen Umstand mit dem Zubehör. 😉 Bei beiden Geräten, also dem Play:3 und dem Sub, gibt es keine Stand-by Funktion. So ganz kabelos sind die Sonos auch nicht.

Positive Merkmale der Sonos

Die Sonos sind leicht in der Installation und sehen schick aus. In Natura haben wir nur den Play:3 in grau/antrazit gesehen, aber die Bilder des weißen und schwarzen sehen doch recht vielversprechend aus. Außerdem lassen sich mehrere Sonos kinderleicht aneinander schalten. Ohne Probleme lassen sie sich in ein anderes Zimmer umstellen. Der Sonos Controller ist sehr übersichtlich gestaltet und hat Anbindung an zahlreiche Radiosender sowie Musik-Onlinedienste. Der Sub ist in seiner Art wirklich einzigartig. Hier gibts auch nichts zu meckern. Mittels App lassen sich die Sonos einwandfrei steuern.

Fazit: 

Wer es unkompliziert mag und nur Musik über das Internet oder sein eigenes System hört, kann sich getrost auf die Sonos verlassen. Für absoluten Hörgenuss in einem Raum müssen schon zwei Play:3 her. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist okay. Um eine volle Nutzung zu gewährleisten, muss man einiges an Zubehör dazu kaufen. Der iPod Classic kann mit Sonos nicht genutzt werden, es sei denn man hat den Sonos Dock. Nach Angaben von Sonos wird die Herstellung des Dock im kommenden Jahr eingestellt.

Technische Details zu den Sonos 

Größe: PLAY:313,2 x 26,8 x 16,0 cm
Gewicht: 2,6 kg
Ethernet-Port: 10/100 MBit/s
Verstärker: Klasse D
Lautsprecher drei Wege, 2 x 3 Zoll Mitteltöner, 1 Hochtöner
Audiformate: n MP3, iTunes Plus, WMA, AAC, Ogg Vorbis, Audible, Apple Lossless, Flac, unkomprimierte WAV- und AIFF-Dateien
Albumcover: JPEG, PNG, BMP, GIF
Musikdienste: Anubis.fm, AUPEO!, Deezer, iheartradio, Last.fm, MOG, Napster®, Pandora®, Rdio®, Rhapsody®,
SiriusXM™ Internet Radio, Spotify®, Stitcher SmartRadio™, TuneIn, Wolfgang’s Vault®
Playlisten: iTunes®, Rhapsody, WinAmp®, Windows Media Player® und MusicMatch™ (.m3u, .pls, .wpl)
Preis: 299 Euro
Größe: Sonos Sub402 x 158 x 380 mm
Gewicht: 16 kg
Frequenz: bis 25 Hz
Anbindung: Sonos kompatibel
Wireless: SonosNet 2.0, ein sicheres Peer-to-Peer, Wireless-Netz mit AES-Verschlüsselung
Preis: 699 Euro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.