ClassicCheck | Martin Hegel: Bach solo

Wieviel Musik in einem einzigen Werk stecken kann, wenn es von verschiedenen Menschen interpretiert wird, hört man besonders eindrucksvoll bei Johann Sebastian Bach, dessen Kompositionen von steif und streng bis hin zu jazzig-lässig (Jacques Loussier!) dargeboten werden. Und welches Instrument wäre besser geeignet, dies zu demonstrieren, denn die Gitarre, die von Hector Berlioz als „kleines Orchester“ bezeichnet wurde?

Aus dem umfassenden Werk hat Martin Hegel sein aktuelles Album „Bach solo“ zusammengestellt, und er spielt es mit der Wärme eines Kaminfeuers, welche sanft ins Innere dringt. Relativ weich und dennoch glasklar und sauber ist Hegels Anschlag.  Und aller Präzision zum trotz spielt er alles andere als maschinell.

Ich habe den Eindruck, der Herr an der Gitarre verschmilzt mit seinem Instrument und der Musik, so lebendig und natürlich, wie er spielt, phrasiert, gestaltet. Selbst die Suite E-Dur BWV 1006a klingt so leichtfüßig- was habe ich mir daran einst die Zähne ausgebissen! So klingt Bach weniger streng als vielmehr liebevoll. Das Klanguniversum der Gitarre fusioniert  perfekt mit dem Klanguniversum eines der wichtigsten Komponisten aller Zeiten.

P.S.: Die Einsortierung unter „Ulfs Metal-Tip“ ist schon richtig!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

1 Comment

  1. […] Nun habe ich gerade so furchtbar gemotzt und erwähnt, dass mir Johann Sebastian Bach gerade besser bekommt als der ganze Stoner-Kram, da finde ich doch tatsächlich in meinem 70-Alben-Haufen, dass sich selbiger darin befindet! Auf meinem Lieblingsinstrument gespielt, der Gitarre. Mit Stücken, an denen ich selbst einst verzweifelte. Nun, guckstu http://www.albumcheck.de. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.