Albumcheck | Roadsaw: Roadsaw

Man muss den Rock’n’Roll nicht unbedingt neu erfinden. Man muss ihn vor allem spielen, als lebe man ihn. Man muss den Dunst von Whiskey, Bier und Schweiß hören können und unterm Arsch ein Prickeln, als säße man auf einem schweren Motorrad.

Roadsaw haben auch noch den passenden Namen dazu. Das Quartett aus Boston scheint seine Musik auf geschmolzenem Asphalt aufzunehmen. Eine gewisse stilistische Nähe zu Motörhead meine ich herauszuhören- Derber, rock’n’rolliger Radau, der beim Hinhören sich als erstaunlich raffiniert gestaltet herausstellt.

Tonangebend sind natürlich die schweren Gitarren- und Bassparts von Ian Ross und Tim Catz, zu denen die Stimme von Craig Riggs passt wie der Arsch auf den Eimer. Eine Rock’n’Roll-Stimme eben, die mit dem verzerrten Klangfundament ausgezeichnet harmoniert. Jeremy Hemond, am Schlagzeug sitzend, fügt sich in das Gefüge ein und stellt sein Können vollkommen in den Dienst des Gesamtklanges, statt sich in den Vordergrund zu knüppeln zu versuchen.

Irgendwie klingt das ganze nicht, als seien dort vier Musiker am Start. Sondern eher wie eine Einheit. Sympathisch.

Das Rad erfinden Roadsaw mit ihrem selbstbetitelten Longplayer zwar nicht. Aber sie drehen es mit gewaltiger Kraft! Ein Album nicht nur für Stoner-Fans, sondern für alle Fans des härteren Rock’n’Roll der Machart Kilmister & Konsorten!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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