Albumcheck | Human Architecture von iremembertapes

Da quellt einem der Bandsalat aus dem Mund. Mit ihrem Debüt-Album „Human Architecture“ lassen es iremembertapes. so richtig krachen. iremembertapes., das sind drei junge Männer mit scharfen Haarschnitten und einer Drummachine.

So,so. Könnte man sich denken. Was will mir dieser Maler mit diesem Bild sagen. Vielleicht können wir auch über die Haarschnitte der Jungs mit unserem Frisör diskutieren, aber schließlich ist dies hier ein Musikblog.

Nun gut, iremembertapes kommen aus Großbritannien, einem Land, indem man wohl oder übel mit „Indie“ aufwächst bzw. es direkt intravenös nach der Geburt in die Vene gespritzt bekommt.

Beeinflusst von den düsteren 80ern und leuchtendem Electronica, scheuen iremembertapes. keinen Vergleich zu Genregrößen wie Duran Duran, Joy Division, Fenech Soler und Jessie J. Hoch gegriffen, will man wohl meinen, während der ein oder andere beim Lesen dieser Zeilen kopfschüttelnd abwinken will.

Tom Ferry? Das ist der Leadsänger der Band. Verwandt mit dem nicht gerade unbekannten Bryan Ferry von der Band Roxy Music. Alex, der Gitarrist, war schon früh in der Metal-Szene unterwegs. Sein halber Körper ist voll mit japanischen Tattoos und ganz nebenbei hat er ein Diplom in Musik. (Hört, hört) Der Bassist Ben ist Kunststudent mit Neigung zu altmodischen Klamotten und alten Schulprojektoren. Wenn er nicht grade mit den anderen beiden unterwegs ist, studiert er in Winchester.

Irgendwann kam es so, wie es kommen musste. Die drei Musiker trafen erstmals in der Greens Wine Bar in Winchester aufeinander, einem Ort wo „jeder jeden kennt“.

Irgendwann so im Jahre 2010 haben sich die Jungs dazu entschlossen, iremembertapes. zu gründen. Bewaffnet mit einem MacBook und was man sonst noch so zum Musikmachen braucht, traf man sich in einem billigen Proberaum. Schnell nahmen sie ihr erstes Demo in der Garage von Andy Burrows (Razorlight) auf.

Die Londoner Produzenten „The Animal Farm“ luden die Jungs prompt in ihr Studio ein, um die Debüt-EP mit dem Titel „All I Know“ aufzunehmen. Die Band ging auf die Straße und die Eigenveröffentlichung war in ein paar Monaten ausverkauft. Der Rest ist Geschichte.

Mit ihrem Album „Human Architecture“, eine glanzvolle Indie/Pop/Rock Mischung, sorgen für einen neuen Höhepunkt musikalischer Genüsse. Für ein Debüt-Album ist es ziemlich beachtlich, was man da aus dem Hut gezaubert hat. Sicherlich könnte man abwinken, schließlich handelt es sich um britischen Indie, der muss ja gut sein.

Für uns sind iremembertapes jedoch DIE Entdeckung des Jahres. Ihr Können müssen sie nicht verstecken. Zeitweise erinnert ihr Sound an Heaven 17 oder Tears for Fears, aber wenn man die 80s liebt, ist dieser Umstand nicht weiter schlimm.

Ja, mit iremembertapes erinnern auch wir uns an unsere alten Tapes, deren Makel es war, nach zu häufigem Spielbetrieb sich in Bandsalat aufzulösen. (da gab es nur noch die Hilfe von speziellen Mastern, welche die Tapes wieder auseinander friemeln und reparieren konnten; ich war einer von ihnen)

Prädikat: Hörenswert und danach Kaufbefehl!

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