Klassik-Check | Daniel Barenboim: Beethoven für alle (Best Of)

Der Titel klingt gefährlich nach billig: „Beethoven für alle“, und dann auch noch ein Best Of davon! Doch lasse man sich nicht täuschen und beachte, dass Daniel Barenboim nicht zu Unrecht ein führender Meister des Taktstockes ist.

Zudem steckt hinter der Reihe Beethoven für alle mehr: und zwar der Wunsch und Wille zu Frieden und Völkerverständigung, denn Barenboim, jüdischer Herkunft, arbeitet hier wie auch immer wieder mit aus Christen, Juden und Muslimen gemischten Orchestern zusammen.

Natürlich darf der Erste Satz von Beethovens Fünfter nicht fehlen, und natürlich gleich zu Beginn. Was zunächst nach „Immer das gleiche“ klingt, bildet hier jedoch mit dem anschließenden vierten Satz der 9. Sinfonie („Ode an die Freude“) eine Art Rahmen mit anfänglicher Anspannung, die sich gegen Ende der Doppel-CD dann löst. Wobei auffällt, dass das berühmte „Tatata-tammm“ viel weicher gespielt wird als unter anderern Leitungen.

Auch die übrigen Titel dieses Best Of sind für Beethoven recht sanft und weniger unruhig als zumeist. Auch, wenn’s mal fetzt- Aggression bleibt aus. Ludwig zeigt sich von einer anderen Seite, nicht allein von der Zerissenheit. Der Meister bietet mehr Facetten, als man zumeist dargestellt bekommt.

Ebenso ist die Zusammenstellung gelungen. Sie zeigt Werke Beethovens jenseits von Klischee und abgeschmackten Vermarktungsstrategien. Kaufen!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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