Albumcheck | Stille von Chima

Chima bietet Musik, die von Poesie und Freigeistigkeit lebt. Er lebt ein Leben nach scheinbar eigenen Regeln. Doch hinter dem lauten, offenherzigen Lachen Chimas‘ liegt eine zweite Welt. Denn wenn die Stille kommt, dann kommt auch diese zweite Welt: Chima ist erziehender Vater und erkämpft sich den Lebensunterhalt. Er folgt einer Idee, entgegen aller gesellschaftlichen Normen. 

Dafür geht er mit seiner Existenz auf Risiko. Weil ihm alles daran liegt. Und es passiert etwas: Die Vision wird klar, Entschlossenheit spürbar. Knoten lösen sich, platzen beinah und plötzlich strömt es aus Chima heraus: „Flügel bauen, Sterne jagen, Wolken kratzen“, langsam abheben und endlich – wirklich – fliegen.

Und unter den elektronischen Tanzbeats, den Streichern, Poprefrains mit 150 Bpm, synthetischen Ecken & programmierten Kanten, unter so präzise gewählter, wunderschöner, frischer Sprache beginnt die ruhige, heilende Seite dieser Sache, die eben noch so erdrückend schien: die schöne Seite der Stille.

Treffender hätte man das Werk „Stille“ von Chima gar nicht beschreiben können. So manchmal muss man einfach einem Pressetext nichts weiter hinzufügen. Besonders nach mehrmaligem Hören des Werkes „Stille“ bleibt ein angenehmes Gefühl. Chima überzeugt mit intelligenten Texten, die sich mit eindringlichen Rhythmen paaren. Dazu noch ein paar Liebeserklärungen. Und fertig ist die Homage an das Leben, welches Höhen und Tiefen hat. Nicht alles ist auf Hochglanz poliert, doch man nimmt es gern an. Die Texte stehen voll Dreck, handeln vom sozialen Abstieg, von Geld und Macht, dem schönen Schein und allgemeiner Oberflächlichkeit. Chima bringt es auf den Punkt. Ehrlich und klar. Manchmal selbstkritisch, manchmal ironisch und trotzdem Lebensbejahend.

Seine musikalischen Arrangements klingen neu und frisch. Ein Umstand, der in der deutschen Musikszene recht selten vorkommt. Nach und nach fällt es dem großen Haufen der Künstler wahrlich immer schwerer etwas Neues zu entdecken. Chima sprengt sich jedoch von seinen Ketten frei und entfesselt den Zuhörer gleich mit.

Schickes Album.

 

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