Albumcheck | Sanctorum: Semper fidelis

Na gut, dieses Album ist auch schon mehr als ein Jahr im Handel. Doch schmälert dies nicht dessen Qualität. Musik verdirbt ja nicht, wennschon, dann war sie schon immer schlecht. Doch diese hier ist eindeutig noch genießbar! Auch wenn das ruppige Quartett aus Essex heiliger heißt als es klingt und dieses bereits dritte Album lange gebraucht hat, um zu mir zu finden.

Nach „Ashes Of Redemption“ und „The Heavens Shall Burn“ kam im März vergangenen Jahres „Semper Fidelis“ (=immer treu) der präzise brutalen Sanctorum auf den Markt, definitiv eine Auffrischung des Kollektivgedächtnisses verdienend.

Die Riffs fressen sich Kreissägen gleich in den Schädel, was im Verbund mit den Zahnarztbohrer-Soli erfrischend harmoniert. Die Vocals sind mal vergleichsweise harmlos-sauber, nur um dann wieder zu wechseln in krächzend-growlende Unirdischkeiten. Dabei ist die gesamte Musik erschreckend genau gespielt und so arrangiert, dass sich die einzelnen Stimmen nicht gegenseitig ersäufen.

Es ist, als habe man sich traditionell metallisches-thrashiges irgendwie bewahren wollen, ohne konservativ zu wirken. Sowas wie der Jaguar-Leichenwagen-Hybrid aus „Harold und Maude“: Bewahren, ohne zu verharren, modernisieren, ohne zu vergessen. Auf jeden Fall jedoch gilt: Ob langsamer oder schneller: Hart ist das Zeug immer.

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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