Albumcheck | Rohbau: Zorn

„Mehr Metal braucht kein Mensch!“

Anders als beim Punk ist im Metal -zumindest in härteren Metal- Deutsch zu singen noch weniger üblich. Rohbau aber tun es. Und es funktioniert. Und zwar bestens. Der Beweis: Das Album „Zorn“.

Anders als die besseren englischsprachigen Lyrics sind die deutschen Texte von Rohbau  auch nicht. Und peinlich-dämlich schon gar nicht. Wortgewandt gestrickt, jenseits der depressiv-leidenden und pseudointellektuellen Plattitüden anderer deutschsprachiger Bands, setzen sich die fünf Musiker aus Hamburg vor allem mit den Abgründen der menschlichen Seele auseinander. Ohne dabei lächerlich oder krampfig zu wirken.

Der musikalische Unterbau besteht hier aus „richtigem“ Metal, nicht irgendeiner soften Kinderkacke-Version. Dabei können alle ihr Können beweisen- dank sauberer Abstimmung der Mannschaft und sauberer Abstimmung des Mixes wirkt die Musik niemals überladen, eher Thrash-typisch trocken und überschaubar, und das bei nicht gerade harmlosen Riffs und so.

Mit welcher Prominenz  Rohbau schon gearbeitet und aufgenommen haben verschweige ich hier. Denn die Band spricht sehr gut für sich selbst.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

1 Comment

  1. Alfons Rode sagt:

    Klarer als die Rezension hätte ich es auch nicht rüberbringen können. Übersichtlich, hart und rund ist die ganze Rohbau-Geschichte vom Album „Zorn“. Wer diese Truppe schon mal live erleben durfte, der wird verblüfft sein wie stark die Jungs das rüberbringen. Da spricht nicht nur der Fan aus mir, selbst meine Frau, die mit dieser Musik rein gar nichts am Hut hat, attestierte beim letzten Mal Rohbau ein starkes Standing. Ich konnte es kaum fassen. Whatever, Rohbau sind längst reif für die größeren Bühnen – so wird es meiner Meinung nach auch kommen.
    alfonso

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