Albumcheck | Killerton: Unsere Welt

Wer etwas raffiniertes sucht, braucht sich nicht gerade nach Punk umzuschauen. Punk ist das ausgerotze Sputum der Gesellschaft. Die Gegenkultur. Das Gegenteil von Kultur. Oder sowas. Allerdings sagen die fünf gestandenen, aber in dieser Zusammensetzung erst zwei Jahre rockenden fünf Musiker aus der Triathlonstadt Roth bei Nürnberg von sich, sie spielten Deutschrock.

Nun, reiner Punk mag Killerton vielleicht nicht sein, zum Beispiel kann man einen deutlichen Onkelz-Oi-Einfluss vor allem bei den Vocals vernehmen. Reiner Deutschrock jedoch auch nicht. Doch der Protest ist geblieben, und mit jeder Silbe wird er herausgeröhrt.

Grundlegend neue Inhalte kommen auf dem im Juni erschienenen Album „Unsere Welt“ zwar nicht vor. Vielleicht weil auch der Punk als solcher langsam auf die Vierzig zugeht und alles (oder wenigstens das meiste) bereits besungen, bekreischt oder begröhlt wurde. Womit die Frage nach dem „Wie“ in der Gestaltung der Texte in den Vordergrund rückt. Und diese hebt sich deutlich aus der Masse ab, denn die Worte sind schlicht, dabei aber sehr kunstvoll gefasst. Einfach, doch nicht platt, kunstvoll, doch nicht schwülstig.

Die Killerton-Musik ist nicht schlecht. Punk eben. Auch nicht so extrem besonders auch nicht, aber alles passt sehr gut zusammen und zu den Texten. Die Mannschaft ist eingespielt und macht keine Klangpampe. Insgesamt also ist „Unsere Welt“ im Gesamtbild sehr harmonisch und ein gelungenes Debütalbum.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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