Albumcheck | Ides of Gemini: Constantinople

Schwer wie Bitumen wälzen sich langsame, düstere Riffs dahin, eine weibliche Stimme begleitend, die die von Deprivation gezeichnete Stimmung eines tiefen, feuchten Kerkerlochs trägt, aus welchem es kein Entrinnen gibt.

„Constantinople“ nennt sich das (nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten) am kommenden Freitag herauskommende Album des Trios Ides Of Gemini. Deren Gitarrist (der einzige Mann des Trios) übrigens selbst für Musikmagazine schreibt. Ein Werk voller Düsternis.

Auf der Musik, besonders auf der Stimme von Sera Timms, liegt jede Menge Hall, ein Hauch von Keller, Verlies und Gruft. Die Musik selbst ist ein interessanter Mix, der irgendwie so klingt, als hätte sich eine Doom-Metal-Combo von norwegischen Blackmetalheads übelster Sorte beeinflussen lassen, um dann mit Musik im Grenzbereich Indie-Punk zu operieren und zu klingen wie die ungarische Band Trottel, Siouxie und ein wenig Phillip Boa.

Dieser Sound wandert durch das gesamte Album, welches ich letztlich doch in die Indie-Schublade stecke, und ändert sich kaum. Auch das Tempo der einzelnen Stücke variiert wenig, und die Gefahr kommt auf, dass man des ganzen überdrüssig wird. Hört man jedoch nicht alles an einem Stück, dann ist es wiederum echt nicht übel.

 

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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