Albumcheck | Fahrlässig: Adrenalin

Punk halt. Obwohl- nicht einfach so. Es ist nicht dieser orthodoxe Gegen-alles-und-auf-der-Straße-Punk mit Dosenbiermotor und zusammengenieteter Karosserie, dessen Erzeuger nicht wissen, wie und warum man eine Gitarre stimmen sollte.

Das neue Album der niederrheinischen Punkrocker Fahrlässig (ent)hält, was es verspricht: „Adrenalin“. Und den ganze Mist, der einem so über den Weg läuft. Oder Hymnen an wildere Tage.

Der Klangteppich ist zwar ein wenig zu dicht, passt aber ausgezeichnet zu der Stimme des Sängers Benny. Das Album samt den Musikanten läuft andauernd auf Hochtouren. Das gibt natürlich Adrenalin, kann aber auch etwas anstrengend werden und ist mangels leiserer Töne nur wenig dynamisch.

Dafür jedoch ist das Ganze in sich sehr stimmig, und die Arbeit der Musiker -keineswegs so primitiv, die man dem Punk immer unterstellt- kann sich hören lassen. Die Band und ihre jeweiligen Stimmen sind ausgezeichnet aufeinander abgestimmt und spielen so richtig zusammen und erzeugen ein geradezu physisch vorhandenes Klangbild.

Wer nicht gerade allergisch auf deutschen Punkrock reagiert, der sollte in Fahrlässigs „Ardenalin“ zumindest mal reinhorchen.

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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