Albumcheck | Dad Maria: Sequences (EP)

Die Puristen werden sich schreiend in Zuckungen winden, wenn sie mit diesem Technik-Synthie-Metal-Konglomerat konfrontiert werden. Und sich selbst damit als genauso enstirnig entlarven wie die, von denen sie sich eigentlich abzugrenzen behaupten. Immerhin haben Apokalyptica das Einbringen „fachfremder“ Instrumente bereits vorgemacht.

Fünf Titel präsentieren Dad Maria auf ihrer „Sequences“-EP, die nur wegen einer Erweiterung des Instrumentariums abzuwerten etwas billig wäre. Denn zum üblichen Gitarrenbrett kommt kein Synthie-Gedudel, sondern Teils unaufdringliche, Teils abgefahrene zusätzliche Stimmen, die der Musik einen eigenen Reiz verleihen.

Der Klang der Generatoren ist wirklich nicht kompatibel mit Morbus Bohlen. Sondern teilweise kratzbürstig, giftig, schrill. Dann wieder smooth, jedoch ohne dabei einen poppigen Teppich zu verbrechen. Die Klassiker nennen es „Ostinato„, die Rocker nennen es „Riff„, und genau das geht auch auf dem Synthesizer. Nur können die meisten das einfach nicht richtig.

Die Musik von Dad Maria ist recht angriffslustig und kein bisschen zahm. Zur sägenden Schreddergitarre und dem rumpelnden Bass kommen in den Nucleus metallensis im Mittelhirn stechende Keyboard-Sounds, die klingen wie eine Senkholzschraube aussieht, nur lauter. Dabei bleibt das Klangbild durchaus ausgewogen, kein Instrument wird überstrapaziert.

Übrigens sollte niemand den Fehler machen, über diesen ganzen vielen neuen Eindrücken den Schlagzeuger zu vergessen, ohne dessen kreativen, aber überschaubaren Beat Sequences nur halb so schön wäre. Kaufen lohnt sich! Dauert auch nur noch eine Woche!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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