Albumcheck | Bullbar: Finches and Gallows

Sonst bin ich ja eher bekannt dafür, mich zu beschweren, wenn ein Album zu eintönig klingt. Dies jedoch ist definitiv hier nicht der Fall, denn diese Hamburger Meta-Metal-Combo schickt allein sechzehn Kehlköpfe ins Gefecht!

Insgesamt besteht Bullbar aus zwanzig MitgliederInnen diverser dortiger Metalbands. Genug Impuls, das Publikum mit dem großzügig bemessenen Kuhfänger niederzuwalzen- oder verderben viele Köche den Klangbrei?


Nun, von Brei ist keine Spur zu hören. Finches and Gallows  ist sauber und ordentlich gemischt und selbst für die Ruinen meines Gehörs noch differenziert. Und tatsächlich kann man nicht über mangelnde Vielfalt meckern- im Gegenteil: Fast ist es zuviel des Guten. Klingt der eine Track, als sei er inspiriert von U.D.O.,  knüppeln Bullbar höchst versiert an anderer Stelle in Punk- bis Hardcoremanier die Zivilisation entzwei.

Dann wieder  bekommt der Hörer etwas auf die Cochlea, was eher als Crossover oder Nu Metal durchgehen würde, und nachdem er nebenbei noch Alternative mit einem Hauch von Placebo zu verdauen versucht sieht er sich auch noch mit Hip Hop konfrontiert, wonach er Entspannung sucht bei einer gitarrenpoppigen Ballade mit Falsett-Schmalz. Durch derart exzessiv ausgelebte Vielfalt wirkt „Finches and Gallows“ beinahe ein wenig inhomogen, wenn auch das Klangbild sonst stimmig ist.

Wen dies allerdings nicht überfordert, dem wird die Scheibe jedoch viel Freude machen, denn musikalisch kann er immer wieder aufs neue auf Entdeckungsreise gehen.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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