Albumcheck | 23rd Grade of Evil: Bad Men Do What Good Men Want

Angefangen haben die sympathisch-grimmig dreinschauenden Schweizer bereits in den Neunzigern unter dem Namen „Morbus Wilson“ (eine Erbkrankheit, bei der -vereinfacht dargestellt- Kupfer so lange vom Körper gespeichert wird, bis irgendwann die Leber schlappmacht.

Mittlerweile haben sie ihr zweites Album als 23rd Grade of Evil auf den Markt gebracht. Und es klingt wirklich nicht leberkrank, sondern topfit. Thrashige Riffs, die an die frühen Jahre von Megadeth und Metallica erinnern,  wechseln mit schrabbeligen Akkorden, die Drums ticken und tackern präzise wie… eben ein Schweizer Uhrwerk.

Dennoch entsteht tatsächlich eine Melodiosität, die sich irgendwie an kleinen Sekunden und ähnlichen Dissonanzen entlanghangelt und einen Gegenpol bildet zu den röchlenden Vocals. Nicht, dass sich jemand herabgelassen hätte, eine Ballade zu schreiben, doch etwas wie ein balladesker Anklang findet sich in den Solopassagen durchaus.

Einen erheblichen Haken hat das Album mit dem weisen TItel „Bad Men Do What Good Men Want“ allerdings: Ihr müsst danach zum Orthopäden. Schleudertrauma. 😀

 

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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