Albumcheck | Oomph! – Des Wahnsinns Fette Beute

Die Wolfsburger hörte ich zum ersten Mal, wie ich mich dunkel erinnere, in einer Sendung namens „Soundfabrik“ auf dem damaligen Sender WDR1, der etliche Spezialformate bot. Eine Sendung, wo Bands ihre Tapes einschicken konnten. Cassetten, damals. Muss bald zwanzig Jahre her sein.  Ich weiß das deshalb noch, weil ich beim Namen so an die, äh, geschäftliche Bauchpresse denken musste.

Und Oomph! gehören zu den wenigen, die es tatsächlich zu Ruhm und Erfolg brachten. Nun, Mitte Mai im 23. Jahr ihres Bestehens, veröffentlichten sie mit „Des Wahnsinns fette Beute“ ihr elftes Studioalbum.

Die Band war gewiss schon mal provokanter, doch die Texte sind tief- und hintergründig geblieben und heben sich weiterhin vom üblichen Tralala deutschsprachiger Musik der Machart Silbereisen-Mutantenstadl-Helene Fischer ab.  Zum Einstieg ins Album hilft „Unzerstörbar“ auf das Fahrrad, persönlich mein zweitliebster Song auf dem Album, der mit Drive und Zorn den Helden im Inneren zu suchen scheint. Das hilft darüber hinweg, dass zwei Tracks weiter mit „Such mich find mich“ eher rammsteiniges und nicht nur deswegen weniger spannendes kommt. Das ist aber auch die einzige Macke des Albums.

Und dann kommt doch noch etwas „unanständiges“. Besungen werden nämlich auch die nicht nur für ihre Intelligenz, sondern auch für ihre Kopulationsfreudigkeit bekannten Bobobo-Schimpansen- aber nicht platt! Der Mensch schneidet in dem nur scheinbar lustigen Liedchen gar nicht gut ab. Auch musikalisch sehr originell ist dieser Titel und insgesamt mein Favorit.

Auch die übrigen Texte sparen nicht mit Kritik, witzig, nicht moralinsäuernd. Keine pflichtbewusste Lindenbergsche Betroffenheitslyrik.

Ich versuche stets, objektiv zu bleiben, aber wenn mir privat ein Album gefällt, was eigentlich gar nicht in mein Beuteschema passt, eine Musikrichtung, die so gar nicht meine ist, dann ist das bemerkenswert.

Fazit: Durchaus zu empfehlen!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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