Albumcheck | Die Spezialisten: Medizin

Nein, die „Spezialisten“ sind kein Remake der „Mannheim-Uro-Band“ und auch dieses Album sieht medizinischer aus als es ist. Vielmehr ist es mehr Medizin für die Lachmuskeln, nicht medizinischen Inhalts.

Gute Preise – Gute Schepperung! Die Spaßrocker aus der Spießerhauptstadt Münster verzichten auf ablenkende und überfordernde kompositorische Finessen, die die Spaßhabung erschweren könnten. Das  lenkt die Aufmerksamkeit auf die gesungene Poesie der Ende März erschienenen Scheibe.

Das Ergebnis ließe sich am ehesten mit den Ärzten vor ihrer sexualisierten Phase vergleichen, wenn auch die Texte der Spezialisten mehr zu bieten haben. Denn diese sind hintergründiger, als man zunächst annehmen möchte, und nehmen auf die Schippe, was nicht schnell genug unterm Teppich gekehrt wurde. Der dritte Longplayer (neben weiterin einer EP) seit der Bandgründung 2004 reiht sich prächtig ein in die Reihe ihrer (ungeachtet des unverdient geringen Bekanntheitsgrades!) legendären Alben und zwingt geradezu dazu, nicht alles mehr derart ernst zu nehmen. Wer Kultur will, halte sich fern. Wer sich freuen will, der kaufe seine Medizin künftig bei Die Spezialisten!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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