Albumcheck | Debütalbum der Münsteraner „Messer“: Im Schwindel

Scharf wie Messer beißt sich die Musik ins Innenohr ein. Zumindest über Kopfhörer. Dies ist kein glattgebügelter Pop! Beim Mixen wurde offenbar sorgsam darauf geachtet, schmerzhafte Frequenzen eben nicht zu glätten. Das Ergebnis rechtfertigt diese Maßnahme.

Es ist ein wenig, als seien mit Messer und ihrem Debutalbum „Im Schwindel“ nach fast dreißig Jahren die Reste der Neuen Deutsche Welle vergoren in irgendeinem versteckten Fass wieder zum Vorschein gekommen. Schwache Erinnerungen an Abwärts, Ideal und Co., doch gewürzt mit schärferen Texten, die (manchmal etwas zu gleichförmig) ins Mikrophon geschrien werden, kryptisch, mystisch, gehüllt in säureartig ätzende Klänge.

Erinnerungen werden wach- doch eine Nostalgiescheibe oder gar ein NDW-Revival ist „Im Schwindel“ beileibe nicht! Eher eine Neuentwicklung, eine Fortsetzung.

Live erleben kann man Messer hier: 08.06.2012 Münster – Gleis 22

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.