Albumcheck | Aimlessness von DNTEL

Mit „Life Is Full Of Possibities“ von 2001 wurde DNTEL zu einer der wichtigsten Figuren der Glitch-Szene, die der elektronischen Musik eine neue Dynamik und Komplexität verlieh.

Unvergessliche Songs wie „Anywhere Anyone“ verschafften ihm eine treue Fan-Schar. Und nun ist der Musiker mit einem neuen Werk wieder am Start. Aimlessness, was soviel heißt wie Ziellosigkeit. Wer in der heutigen Zeit noch Ziele hat, darf sich glücklich schätzen. In Zeiten voller Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit oder alles andere was ohne Inhalt zu sein scheint, ist Ziellosigkeit wohl die Wurzel allen Übels. 

DNTEL, der mit bürgerlichem Namen Jimmy Tamborello heißt, hat bisher in zahllosen Veröffentlichungen dementsprechende Gefühlswelten und Stimmungen musikalisch nachgestellt. Und das Cover von seinem neuen Werk zeugt nicht gerade vom kunter-bunten Seins, sondern zeugt von klarer Melancholie, vielmehr noch von grauenhafter Grausamkeit, die sich in dem Alltag eines jeden einzelnen von uns versteckt. Da muss man keine depressiven Geschichten von Stephen King lesen, um die Stimmung nachempfinden zu könen.

Dass Tamborello als einziger Electronic-Act des Nirvana-Labels Sub Pop gesignt wurde, war zwar eine kleine Sensation, rückte ihn aber aus dem Blickfeld seiner europäischen Fans. Daher ist „Aimlessness“ im europäischen Raum auch unter Pampa Records erhältlich. Und zwar seit dem 01. Juni 2012

Der Zuhörer wird bei „Aimlessness“ mitten in den DNTEL-Kosmos geschossen, doch da muss man sich als ungeübter Zuschauer erst einmaöl dran gewöhnen. Von Van Dyke Parks bis Pavement, von den Dead Kennedys bis zu Dr. Dre hat Popmusik aus DNTELs Feder immer Hand und Fuß, welche durch ihre emotionale Abgründigkeit fasziniert. So zieht uns DNTEL in einen unwahrscheinlichen Strudel aus irisierend schönen Melodien und noch nie gehörten elektronischen Klängen.

Ungewöhnlich und neu.

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