Albumcheck | Torian: Dawn

Paderborn ist so furchtbar heilig, dass es dort auch einen Sumpf geben muss, einen Pfuhl der Sünde und des Lasters.  Was eignet sich besser zum Repräsentieren des Abgefallenen als Metal? Torian kommen aus Paderborn. Torian spielen Metal. Und Torian veröffentlichen am elften Mai „Dawn„.

Sie selbst bezeichnen ihre Musik seit zehn Jahren noch immer als „Power Metal“ (bitte jetzt nicht an Witzfiguren denken wie Manowar!), auch wenn sich mittlerweile hie und da Thrash- und andere Elemente eingeschlichen haben, Immerhin, pathetisch genug ist der Sound, um nach Heldensaga zu klingen.

Zwischendurch aber gönnen sich die Mannen von Torian auch Ausflüge in die musikalische Brutalität, drücken aufs Gaspedal und erfreuen sich am Klang thrashiger Dissonanzen, ohne dabei den Bezug zu sich selbst zu verlieren.  Allein schon das am Schluss des Albums stehende Titelstück „Dawn„, ein Brocken von sechzehneinhalb Minuten, ist  bereits eine Oper in sich und für sich und ein verlängerter Höhepunkt des Albums.

Das Album mag insgesamt nicht sonderlich modern klingen, doch  ist es definitiv ein in sich stimmiges Gesamtwerk, welches ohne unnötigen Schwulst und ohne He-Man-Figuren auskommt und dennoch Power Metal bleibt. Und es könnte vielleicht auch nicht-Power-Metaller ansprechen.

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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