Albumcheck | The King Of In Between von Garland Jeffreys

„The King of In Between“ ist das erste Studioalbum von Garland Jeffreys seit sage und schreibe 13 Jahren. Solange hat sich der 68-jährige Grandseigneurs der urban poetry Zeit gelassen. In den USA erschien das Album bereits im letzten Jahr. 

Am 04. Mai wurde es in Germany veröffentlicht. Präsentiert in einem edlen Digipack mit insgesamt 13 Tracks kann der Longplayer voll und ganz überzeugen. 

Bei Garland Jeffreys ging es in seiner musikalischen Karriere stets um Qualität statt Quantität. Von daher darf sich jeder Zuhörer auf ein einzigartiges Werk freuen, dass vor Lebensfreude, gleichzeitiger Melancholie und tiefgreifenden Texten geradezu sprüht. Die New Yorker Musikerlegende legt nun nach Jahren der künstlerischen Abstinenz endlich wieder ein super-duper Album vor.

Und noch immer kann Garland Jeffreys mit seinem Sound überraschen. So wechseln sich die Musikstile reihenweise ab. Blues, Rock, Rock’n’Roll und Black Music vereint Garland mit einer Leichtigkeit, die nur wenige kennen. Kommt dann noch eine Prise Country hinzu ist das musikalische Spiel perfekt.

So hat Garland doch einige Ähnlichkeit zu John Lee Hooker, der trotzdem immer noch swingen kann. Jeffreys lebt auf „King of In Between“ klar und luzide, souverän und selbstbewusst seine unterschiedlichsten musikalischen Vorlieben voll und ganz aus. Von Reggae („All Around The World“ nahm er mit Junior Marvin von den Wailers auf!) über Blues („’Til John Lee Hooker Calls Me“) und Ska („She’s A Killer“) bis hin zu entfesselten Rocksongs („I’m Alive“) und cineastisch anmutendem Philly-Sound à la Curtis Mayfield („Streetwise“). Mal meint man, Bob Dylan habe Pate gestanden („Love Is Not A Cliché“), mal fühlt man sich an Elvis Costello erinnert („The Beautiful Truth“), mal wird er von seinem alten Freund Lou Reed unterstützt. „The Contortionist“ versprüht (gleichwohl den Charme eines Stones-Evergreen), mit dem er in jungen Jahren Kunst studierte – doch jeder Song für sich, co-produziert von Larry Campbell und abgemischt von Roy Cicala (Lennon, Springsteen), Koryphäe des legendären Record Plant Studios, ist von packender Eindringlichkeit. Große Songkunst, durchzogen von feiner, fast schon weiser Gesellschaftskritik.

Geniales Album, mitreißend und klar! Nichts für zwischendurch. Sollte ich irgendwann die Route 66 entlang fahren und suchte musikalische Begleitung: Ich würde dieses Album als Soundtrack wählen!

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