Albumcheck | Tales From The Barrel House von Seth Lakeman

Seth Lakeman gehört wohl zu den wegweisenden Pionieren der blühenden britischen Folkszene, die das Land derzeitig zu bieten hat. Von der Times als „new folk hero“ gefeiert, wurde Lakeman bereits mit zwei BBC Folk Awards ausgezeichnet und 2005 für den Mercury Prize nominiert.

In diesem Frühjahr ist Seth Lakeman wieder einmal auf Europatournee und hat dazu noch seinen neuen Longplayer „Tales from the Barrel House“ im Gepäck.

Der Folkheld sieht nicht nur gut aus, sondern überzeugt mit seiner charismatischen und warmen Stimme. Das Album kommt in einem edlen Digipack daher und wartet zugleich mit 12 folkigen Songs auf. Seth Lakeman hat sämtliche Songs seines nunmehr sechsten Soloalbums im Alleingang aufgenommen und produziert. So verspricht „Tales from the Barrel House“ ein schönes Werk zu sein. Der Longplayer ist als eine Art Konzeptalbum aufgebaut, bei dem der preisgekrönte Folkmusiker aus Devon seine geschichtsträchtigen Songs rund um vornehmlich handwerkliche Berufsgruppen gesponnen hat. Hier darf man eintauchen in die Geschichten von Minen- und Holzarbeitern, Kelterern und Uhrmachern, Seemännern und Schmieden.

So hat das Album auch etwas nostalgisches. Seth Lakeman hat sich tief in die historischen Wurzeln der Arbeiterklasse seiner Heimat hineingegraben. Er stieg sogar bis auf die Sohle einer ehemaligen Kupfermine hinab, um einen der Songs („More Than Money“) direkt vor Ort aufzunehmen.

Die übrigen Songs wurden in der alten Böttcherei (das ‚Barrel House‘ im Titel des Albums), der alten Schmiede und anderen Werkstätten von Morwellham Quay aufgenommen, einem stillgelegten Minengelände samt viktorianischem Binnenhafen, idyllisch an einem Fluss gelegen, das heute zum Weltkulturerbe Devons gehört und ein öffentlich zugängliches Freilichtmuseum ist. Aus diesem Grund hat der Longplayer einen ganz eigenen Charme und entwickelt beim genauen Gehörwaschgang eine ganz eigene Dynamik und versprüht eine besondere Atmosphäre.

Mit „Tales from the Barrel House“ ist dem Briten nun ein perfekter Einstand auf dem eigenen Label Honour Oak gelungen.Trotz der schweren Last, klingen die Songs filigran und forcieren sowohl treibende Gitarrenriffs als auch virtuoses Geigenspiel. Nichts ist zu „übersetzt“. Die musikalische Begleitung setzt genau dort ein, wo sich die Stimme des Sängers gekonnt zurückhält. Umgekehrt ist es natürlich genauso.

So macht Seth Lakeman dem Zuhörer leicht, in auf seinem musikalischen Weg zu folgen. Ein schönes Werk, welches in keinem Regal von Folkanhängern fehlen sollte.

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