Albumcheck | Saitenfeuer fegt „Auf und davon“

Ein wenig klingt es ja schon danach, als hätten sich Böhse Onkelz tote Hosen angezogen. Aber etwas individueller sind die fünf dann doch, wenn auch Ähnlichkeiten da sind, der Stil ist doch ein eigener. Saitenfeuer selbst nennt ihn schlicht Deutschrock.

Hervor ragt bei Saitenfeuer vor allem die Lyrik, die bis auf ein paar Ausnahmen den Alltag herausschreit, die Beengtheit, das Unfrei-Sein, das Ausbrechen daraus. Philosophische Betrachtungen. Aufrufe zum Durchhalten, zum Verwirklichen der eigenen Träume.

Und manchmal auch Reflexionen über das eigene Machogehabe eines Protagonisten, seine Ode an die Fassade, nicht Willens, auch nur einen Deut  anzupassen. Und Liebeslieder in klassischer Punk-Poesie. Doch zwischendurch ein rabiater inhaltlicher Bruch- eine Hymne an möglichst lautes, möglichst wildes Feiern. Partymucke zum Herauslassen der Sau, so vorhanden.

Gemischten Gefühls muss ich „Auf und davon 2012“ von Saitenfeuer beurteilen. Letztlich jedoch verhunzen geringe stilistisch Fächerung sowie der leider heutzutage recht verbreitete Dynamik-Killer Maximalpegel den Eindruck. Es gibt kein Leise, es gibt nur Laut. Manchmal wäre weniger mehr.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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