Albumcheck | Cancerboy von Glitterbug

„Ich habe weite Teile meiner Kindheit in Krankenhäusern verbracht, als Reisender durch die seltsame (und jener Zeit experimentellen) Welt aus Bestrahlung und Chemotherapie, im dämmerigen Schwebezustand zwischen Hoffnung und Tod, und einer medizinischen Überlebensprognose nahe Null.“ sagt Glitterbug über sein Werk „Cancerboy“. 

Glitterbug aka Till Rohmann ist ein begnadeter, wagemutiger  und zeitloser Produzent, immun gegen Hypes und saisonale Sub-Genre-Moden. 

 „Cancerboy“ steht nun in den Läden zur Abholung bereitGlitterbug drittes Studioalbum ist eine intime, autobiographische Reise.  Der DJ verarbeitet auf dem Longplayer seine Erlebnisse seines damals noch so jungen Lebens: seinen Kampf gegen Krebs. Aus einer Überlebenschance von nahezu Null ist heutzutage ein begnadeter Künstler geworden, dessen Art Musik zu machen scheinbar aus dem Innersten seiner Selbst zu kommen scheint. So verwendet der Produzent in seinen Werken Deep Techno und bewegt sich immer wieder im Rahmen abstrakter, intimer Komposition, die immer emotional, ergreifend und nahezu plastisch visuell wirkt.
„Cancerboy“ ist ein Album an der Grenze des Bewusstseins. Entfernte Reverbs und analoge Rauheit gewinnen genauso Präsenz wie glanzvolle Zurückhaltung. So erklingen in 11 Tracks abgründige, intensive und implizite Soundteppiche. „Cancerboy“ erlaubt sich dabei wütend und desolat zu sein. Die einzelnen Kompositionen kämpfen, sind fordernd und mutig. Doch trotz der dunklen und fast gespenstischen Passagen, die sehr stark an den Klang des Todes erinnern, keimen helle, hoffnungsvolle Momente auf, die eine tiefe Liebe zum Leben zelebrieren.
2cancerboy“ ist sehr gut produziert und kann trotz der ernsten Thematik gänzlich glänzen.
Besonders berührend: Dieses Werk ist u.a. dem Team der Kinder-Onkologie der Universitätsklinik in Essen gewidmet.

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