Albumcheck | Blek le roc von Blek the roc

blek le roc haben am 27.04.2012 ihr selbstbetiteltes Debutalbum veröffentlicht. Bei Newcomer sind wir ja immer neugierig. Musikalisch sind die Jungs im Bereich Indie angesiedelt. Aus diesem Grund waren wir um das doppelte gespannt. 

Rückblende: Anfang 2005 nimmt der Sänger und Gitarrist Tobias Dirr an einem Bandwettbewerb teil. Der Preis: Ein Konzert beim Münchner Tollwood Festival. Er gewinnt. Was ihm fehlt ist eine Band. Im April treffen sich Tobias Dirr, der Gitarrist Lucas Fernandes und der Schlagzeuger Benedikt Abé für die ersten Proben. Einen Monat später folgt das erste Konzert im Zelt der Süddeutschen Zeitung beim Münchner Tollwood Festival. Das Konzert wird ein Erfolg.

Der folgende Tag beginnt ganz normal. Dann ein Anruf: Die Vorgruppe von Status quo steckt im Stau. Kann blek le roc einspringen? Sie können. In 3 Monaten von 0 auf 5000 Zuhörer. Schon ein großes Ereignis, oder findet ihr nicht?

Die Band spielt Konzerte in ganz Deutschland – unter anderem im renommierten Atomic Café. Sie supportet Bands wie Glasvegas, The Veils, Brett Anderson, Manfred Mann´s Earth Band und erspielt sich den Ruf einer äußerst vielseitigen und beeindruckenden Liveband. Sie bekommen begeisterte Kritiken.

Unvergleichlich sei dieser „filigrane und doch satte Sound, der so ungewöhnlich wie fesselnd ist,“ meint die Münchner Abendzeitung. Ihre Musik erzeuge, „diesen dubios-schönen Nervenkitzel, wie er einem manchmal beim Durchlesen alter Liebesbriefe befällt,“ schreibt die Süddeutsche Zeitung und erklärt blek le roc ganz nebenbei zum „größten Versprechen auf eine bessere Pop-Zukunft Münchens.“

Und nun gibt es ein erstes Album von den Jungs. Ihre Musik unterliegt eigentlich keinem Schema und kann mit gut ausgearbeiteten Hooks aufwarten. Der Sänger klingt schüchtern, was man normalerweise anderen Bands zum Vorwurf machen könnte, da die Musik doch eher in den Vordergrund spielt. Doch der Sänger bringt seine Stimme so zur Geltung, dass man den kleinen Fauxpas gern verzeihen kann. Die elf Songs erzählen Geschichten des Scheiterns, des Fragens, des Wartens, obwohl man 20 Titel geschrieben hatte. Diese sind jedoch offen für die Interpretationen der Hörer. Alles ist mehrdeutig.

Der Longplayer wurde von Klaus Jedelsky produziert. Für die Produktion von „perfect man“ und „lisbon“ holte sich die Band Unterstützung von Alex Klier (Ärzte, Sportfreunde Stiller) und Uwe Bossert (Reamonn, Zusammenarbeit mit Nelly Furtado, u.v.m.).

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass da noch mehr gehen kann. Stimmlich! Und die Musik ist teilweise zu überzogen und zu hart eingespielt. Für ein Erstlingswerk schon ganz beachtlich, aber mit einer großen Portion Entwicklungspotenzial ausgestattet, so dass wir hoffen, dass es nicht bei der ersten Platte bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.