Konzertcheck | Priscilla Sucks! im Big Buttinsky

Erstmal finden, dieses „Big Buttinsky“! Bis ich herausgefunden habe, dass ich da erstmal in ein Kinocenter hineinmuss… Heute abend gastieren in dieser Osnabrücker Kult-Location nämlich Priscilla Sucks! aus Berlin. Eine Gelegenheit, die zu verpassen verboten sein sollte! Denn das nach zwei EPs (2009 und 2011) haben sie ein geiles Voll-Album-Debut Stereotype Me im Sortiment, welches am vierten Mai zu haben sein wird.

Die Atmosphäre im Club ist geradezu familiär. Ich kann schon vor dem Auftritt ein paar Worte mit der Kapelle wechseln, das Interview (folgt bald. Muss noch tippen) soll hinterher stattfinden. Es ist heiß, auch physikalisch betrachtet. Irgendwann begeben sich zwei Herren (Abteilung Rhythmus) und zwei sehr aparte Damen (Abteilung Melodie) auf die Bühne…

Die Musik scheint ihre Körper zu durchfluten, sie einzuhüllen wie Aspik. Die Bühne ist ein Block von Musik, die den MusikerInnen von innen herauszusaften scheint und sich in den Raum ergießt. Auf dem sicher tragenden Fundament der Herren sägt sich die mit dem Bass (Sascha) vermählte Gitarre (fest in Katjas Händen) in die Gehörknöchelchen, während die (im übrigen nicht mit dem Drummer Tarek liierte) röhrende Eva mit lüsternen Tanzschritten über die Bühne fegt.

Diese Musik ist einfach echt! Zu echt für all diesen Casting-Mix. Zu echt, um sie an sich vorüberziehen zu lassen. Konsequenterweise verzichten die vier auch auf gewaltigen technischen Schnickschack. Das ist eben wie beim Kochen: die Kunst ist, aus wenig viel zu machen. (Tarek ist Experte. Gut, das war ein Insiderwitz. Sorry.) Es sind die Musiker, nicht die Geräte, die die Mucke leben lassen!

Denn Geräte und Effekte spielen nicht mit dem Publikum. Lassen nicht, wie Priscilla Sucks! einen Geburtstag habenden Freund hochleben. Apparaturen und Elektronik und Dieter Bohlen kämen niemals auf die Idee, sich mal eben aus dem Publikum eine Gastsängerin zu greifen, um sie unanständige Lieder wie „Too Drunk To Fuck“ (von den Dead Kennedys) mitsingen zu lassen. VollblutmusikerInnen kennen kein Pardon: Einem Konzert beizuwohnen erfordert Mitarbeit!

Noch sind Konzerte vergleichsweise selten, haben Priscilla Sucks! doch auch noch anderes zu tun. Nutzt deshalb die Gelegenheit, wenn sie sich bietet! Ihr werdet es nicht bereuen!

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