Albumcheck | Vinicio Capossela: Marinai, Profeti e Balene

Wie man sich den Seewolf vorstellt, den Jack London vor über hundert Jahren in seinem literarischen Meisterwerk beschrieb, oder Käpt’n Ahab aus „Moby Dick“ von Herman Melville grummelt Vinicio Capossela auf dem Cover des Albums „Marinai, Profeti e Balene“ (dt.: „Seeleute, Propheten und Wale“) dem Betrachter entgegen.

Doch so feindselig ist die Musik auf dem neuesten Meisterwerk des 1965 in Hannover geborenen Italieners gar nicht. Die durchweg auf Italienisch gesungenen Texte sind inspiriert von weit mehr als nur den Eingangs erwähnten Werken der Weltliteratur maritimen Inhaltes von der Antike bis zur Gegenwart. 

Die Musik dazu ist eher freundlich und heiter, wie swingende Chansons eines Shanty-Chores in einem amerikanischen Speakeasy , der sich von Folk, Blues und der Tradition des Italo-Rock inspirieren ließ. Du kannst Dich dazu entspannen, wenn Du willst. Du kannst darin eintauchen und die Geheimnisse der Musik in Dich aufsaugen, wenn Du willst. Sie ist sanft, die Musik von Vinicio Capossela, ohne kitschig zu sein. Sie ist leicht, ohne seicht zu sein. Sie ist schwer, ohne zu erdrücken.

Das Urteil:  Das Album „Marinai, Profeti e Balene“ ist eine ausdrückliche Kaufempfehlung für den Freitag kommender Woche!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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