Albumcheck | The Princess von Parov Stelar

Die ersten Takte von „The Princess“ von Parov Stelar klingen an und schon denke ich mir, ob die neue Scheibe des DJ / Producer nur aus Computernoten oder aus reinen Instrumenten besteht. Parov Stelar aka Marcus Füreder kommt aus Österreich und kann mit seinem neuen Werk „The Princess“ schon auf Anhieb die komplette Redaktion überraschen. 

Da haben uns die wilden Schneiderlein doch etwas Gutes getan, uns den Silberling durch gelbe Bedienstete in den Kasten legen zu lassen. Auch sollte sich etage noir recordings glücklich schätzen einen solch vielversprechenden Künstler mit an Board zu haben. 

Doch wer ist dieser DJ eigentlich? Er ist einer der Pioniere des Elektroswing. Electroswing? Was ist das denn? Nun, das war mir bis heute auch nicht geläufig. Ich kannte zwar Swing (und ich liebe ihn) und Electro (das ist auch ganz nett).

Parov kombiniert also Elemente aus Electro und Swing. Was an sich schon sehr interessant klingt. Hin und wieder würzt er es mit einer Prise Jazz, setzt ein paar Scretches ein, gibt etwas House dazu und schmeckt es mit Downbeat ab. Und das Resultat: ist einfach zu köstlich.

WOW und HUT AB! kann man da nur schreiben, obwohl ich gar nicht so sicher bin, dass der Musiker überhaupt Hüte trägt. Es soll ja bekanntlich Weise nicht jedem stehen.

Mit „The Princess“ geht es auf die Reise in unbekannte Klanggefilden. Nicht schlecht, der Specht. Klingt irgendwie ungewöhnlich. Die Trompeten, die mit modernen Beat unterstützt werden. Nun habe ich, was Electroswing anbelangt, keine Vergleichsmöglichkeiten….aber ich weiß wie sich guter Swing und guter Electro anhört. „The Princess“ trifft nicht nur meinen Geschmack sondern den Nagel vollends auf den Kopf.

Der Longplayer mit 2 CDs bietet eine lockere und groovende Atmosphäre, die sofort auf den Zuhörer überspringt. Vergesst eure Lounge-Platten. CD 1 kann mit entspannten Tracks aufwarten, die stellenweise cineastischen Qualitäten aufweisen und zudem eine gewisse Melancholie nicht vermissen lassen. Trotzdem gibt es auf dem ersten Silberling mitreißende Titel. Die Mischung ist also schon einmal gelungen.

Die zweite Scheibe ist sogleich viel grooviger und somit zugleich auch housiger. Teilweise dienen hier als Grundlage einige Dixie-Jazz Vorlagen. Während man das erste kleine Schwarze (beide CDs sind schwarz beklebt) eher für den Hausgebrauch nutzen kann ist das zweite kleine Schwarze dann doch eher Club-tauglich. Macht ja nix. So kommt jeder auf seine Kosten.

Mit insgesamt 28 Tracks auf beiden Seiten ist die Doppel-CD wirklich ganz gut ausgelastet. Sehr gelungen! Mehr als zwei nette Scheibchen! Geheimtipp!

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