Albumcheck | Metamorphosis von SCSI-9

Ganze zwei Tage ist es her, dass die neue Scheibe von SCSI-9 in den Läden steht. Der wohl bekannteste russische Export von House/Techno DJs haben nun nach mehr als 50 Releases ihr neues Werk „Metamorphosis“ auf den Weg gebracht. 

Dabei standen und stehen SCSI-9 immer für eklektischen, kristallklaren und deepen Tech-House-Sound, der mit einer verträumt romantischen Note glänzen kann. Tief beeindruckend sind die Töne, die  SCSI-9 soundtechnisch wieder gegeben werden. Und gerade dieser Sound macht SCSI-9 aus. Ob es an der Sehnsucht zu wärmenren Gefilden des Mittelmeers liegt, kann man nur erahnen. Fakt ist: in ihrer russischen Heimat ist es nicht gerade warm.  Und vielleicht deshalb haben SCSI-9 mit ihrer Musik die Bezeichnung “New Romantics” erhalten. 

Zumindest gelten sie als Erfinder des „Russian Deep“. Die Wartezeit von fast vier Jahren, die seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums vergangen sind, hat sich mehr als gelohnt.   Nun veröffentlichen SCSI-9 ihr fünftes Album „Metamorphosis“ auf Klik Records.

Musikalische Traumlandschaften dominieren, wie auch nicht anders erwartet, auf diesem Werk. Mit Leichtigkeit findet sich der Zuhörer in einer Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit wieder, welche die Kälte Russlands vergessen lässt und eher an die warmen Winde sonniger Inseln erinnert.

Raffiniert zusammen geschweißte Klangteppiche überzeugen von großem handwerklichen Geschick von Anton Kubikov und Maxim Milyutenko aka SCSI-9 („Scasi 9“). Trotzdem wirkt dieser Longplayer im Vergleich zu vorangegangenen Werken etwas düsterer und mystischer. Kein Wunder, haben die beiden DJs doch vielmehr mit Dark Ambient und Dub-Steb herumgedocktert.

Magere 10 Titel beheimatet das Album, welches stark beginnt, in der Mitte ziemlich dunkel wird, um dann in letzter Minute versucht die Stimmung wieder aufzuhellen. Mit einer der Lichtblicke bleibt das Cover , welches von dem russischen Fotografen Mikhail Rosanov während einer Expedition in die Antarktis geschossen wurde. Seine Bilder werden übrigens als riesige Schwarz-Weiß-Drucke im Museum für moderne Kunst in Moskau gezeigt.

Wir haben uns leider etwas mehr versprochen und finden „Metamorphosis“ doch etwas zu dark. Künstlerisch ist es dennoch sehr gut umgesetzt. Daher vergeben wir zur Not sechs Sternchen.

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