Albumcheck | Hasenscheisse: a-Moll

Die Musik ist witziger als der Bandname „Hasenscheisse“ vermuten ließe. Deren nunmehr drittes Album „a-Moll“ kommt auch mit mehr als nur diesem zweitleichtesten Gitarrenakkord aus,auch wenn selbiger ausgiebig besungen wird.

Das Quintett aus Berlin und Potsdam klingt ungefähr wie „Man hat El Bosso & die Pingpongs mit Reinhard Mey gekreuzt“, man könnte allerdings auch meinen, dies sei Stefan Raab in der Fassung für intelligentes Publikum, oder was auch immer herhalten können mag.

Mit etwas Ska und einer Prise Polka philosophieren die Köttel absolut sinnvollen Nonsens, huldigen einem der ersten Akkorde, die man als angehender Gitarrespieler beigebracht bekommt und in welchen Welthits dieser maßgeblich den Klang geformt hat. Weiter lassen sie den Osterhasen gegen einen wütenden Weihnachtsmann antreten.

Doch findet sich auf a-Moll mehr als nur Nonsens: Der letzte Titel des Albums namens „Hätte, hätte, hätte“ beschäftigt sich zum Beispiel mit den allseits beliebten Ausreden im Konjunktiv, warum zum Beispiel etwas geklappt hätte, wäre dies und jenes nicht gewesen.

Auch die „Alternative Szene“ bekommt ihr Fett weg mit ihren Umwelt-, Friedens und Aktionsgruppen wie auch den spirituell-esoterischen Selbst(er)findungstrips. Und alles fröhlich und heiter, ohne Häme oder Hass. Bemerkenswert ist auch „Ohne Alkohol kein Rock’n’Roll“, eine freundlich-amüsante Anklage gegen das Teufelszeug, welches schon so viele Rockstars dahingerafft hat. Keine Bitterkeit, keine Verachtung, kein Auslachen ist in dessen Zeilen wahrzunehmen.

Durchaus empfehlenswert und ab dem 20. April erhältlich!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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