Albumcheck | Astra: The Black Chord – Noch mehr Siebziger

Der Sound der Siebziger scheint Konjunktur zu haben. Nein, nicht Punk ist gemeint, obwohl der Name „Astra“ Sankt-Pauli-mäßig klingt. Eher so der beginnende, noch woodstockschwangere Hard Rock der ersten Hälfte des Jahrzehnts.

Astra kommen auch nicht aus San Pauli, sondern aus San Diego. Sie haben alles, was man braucht: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Orgel und natürlich den legendären Moog Synthesizer und sogar ein  Mellotron. Und sie erzeugen damit auf  „The Black Chord“ tatsächlich einen überzeugend klassisch-kalifonischen Rock-Sound, der passend auch ein wenig old-school-pampig gemischt wurde. Soweit. So gut?

Der Einstieg in das Album ist mutig: Den Hörer gleich zu Beginn mit einer fast neunminütigen Instrumentalnummer (Cocoon) zu konfrontieren könnte irritieren, wenn man nicht gerade zur exakten Zielgruppe gehört. Doch- der Coup funktioniert, zumal nach vier Minuten getragener Sphärenmusik Tempo und Spannung angezogen werden. So ähnlich wie bei „Child in Time“ von Deep Purple zum Beispiel.

Cocoon ist wohl das beste Stück auf „The Black Chord“. Denn schon die anschließende Nummer „The Black Chord“ (diesmal mit Vocals) hat einige Längen, und nicht nur die äußerliche von einer satten Viertelstunde. Die Spannung lässt deutlich nach, und irgendwie kommt einem manches bekannter vor, als es sollte.

Ab dann gebricht es der Platte endgültig an Abwechslungsreichtung, und der Rest wirkt trotz weniger Ausreißer eher monoton und von Pink Floyd abgeschrieben. Oder vielleicht etwas zu inspiriert von deren Album „Ummagumma“.

Doch zu gute halten sollte man, dass dies authentisch klingt. DAMALS ist HEUTE eben nicht mehr zeitgemäß. Eine Sache des individuellen Maßstabs. Also: Vor dem Kauf erst reinhören. Dann aber möglichst komplett.

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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