Konzertcheck | Crippled Black Phoenix live – Die Fortsetzung des Rock mit anderen Mitteln!

Crippled Black Phoenix live in Münster 2012

(c) Ulf Hundeiker

Münster, 22. März 2012 – Warum um alles in der Welt kennt kaum ein Mensch, den ich danach frage, diese Band? Warum sind Crippled Black Phoenix nicht bekannter? 

Irgendwann, gegen Neun Uhr abends, beginnt das Gleis22 zu vibrieren. Keine große Location, dafür aber randvoll mit Menschen, die offensichtlich den Riecher fürs besondere haben.

Zu siebt sind sie angetreten diesmal. Ohne zusätzliche Musiker lasse sich die Musik nicht live umsetzen und selbst dann sei es schwierig, gab Justin Greaves mal an. Doch es passt!

Sieben bestens gelaunte MusikerInnen beweisen einmal mehr, wie gut sie ihr Handwerk beherrschen, und präsentieren eines der verdammt besten Konzerte, derer ich mich erinnern kann. Das zunächst ein wenig zaghafte Publikum lockert Justin mit ein paar passenden Sprüchen auf. Einige habe ich nicht mehr auf dem Schirm, und die anderen kann ich hier beim besten Willen nicht veröffentlichen! 😀

Crippled Black Phoenix live in Münster 2012

(c) Ulf Hundeiker

Überhaupt, Publikum- die Band hat den Bogen raus, nicht cool und gelangweilt ihren Stiefel von oben herab herunterzurumpeln, sondern mit dem Publikum Kontakt zu halten. Und ihre außerordentlich komplexe, dabei aber gar nicht überfordernde Musik  präsentieren sie in ganzer, im positiven Sinne epischer Breite, absolut präzise und alles andere als steril. Das ist nicht einfach nur organisiertes Geräusch, das ist mehr, viel mehr! Das sind in molekulare Schwingungen transformierte Gefühle in einer Intensität, die nur wenige aufzubringen vermögen.

Offensichtlich versinken sie ganz in ihrer Musik und in der Atmosphäre. Die Stimmung der altersmäßig sehr gemischten Masse ist bestens, besonders bei dem Mädchen einige Meter entfernt, die mit unglaublich glücklichem Lächeln geradezu in Verzückung befindlich tanzt.

Crippled Black Phoenix live in Münster 2012

(c) Ulf Hundeiker

Die Dramaturgie stimmt perfekt- das für jede Band wohl obligatorische Stück zum Mitsingen und Feuerzeuge schwingen, in diesem Falle „Burnt Reynolds“ vom Album „200 Tons of Bad Luck“, bildet den scheinbaren Höhepunkt, und Justin Greaves springt mitsamt seinem Eierschneider in die Menge.

Doch auch das letzte Stück hat einmal ein Ende. Meistens. Crippled Black Phoenix verschwinden von der Bühne. Das Publikum singt einfach weiter, solange, bis die Band sich erbarmt und dort weitermacht, wo sie aufgehört hatte, um dann das Stück endgültig zu beenden und die eigentliche und leider einzige Zugabe zu liefern.

Eine rockig-punkige Version  des Liedes der italienischen Partisanen: „Bella Ciao“.
Ciao, weg sind sie. Doch keine Klagen- ununterbrochene zweieinhalb Stunden mit höchstem Einsatz gespielter Musik.

Wer sie noch nicht kennt, sollte das tunlichst ändern. Noch sind sie unterwegs:

24. März (D) BERLIN – Festzaal Kreuzberg
31. März (A) WIEN – Arena
10. April (D) FRANKFURT – Das Bett
11. April (D) TÜBINGEN Sudhaus
12. April (D) KÖLN Yard Club

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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