Internetcheck | Musikportal Tape.tv

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Seit geraumer Zeit stellen wir zu unserem Bedauern immer wieder fest, dass die meisten Musikvideos über das Internetportal Youtube nicht zu sehen. „Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfügbar“ heißt es dann. Dies resultiert aus einem jahrelangen Streit zwischen des Mutterkonzerns Google Inc. und der GEMA, der immer noch nicht beigelegt wurde. Zudem hat sich in den vergangenen Jahren die Fernsehlandschaft verändert. 

Rückblick:

Konnte man vor einigen Jahrzehnten noch in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten einzelne Musikformate anschauen, veränderte der Fernsehsender MTV mit Einführung eines eigenen Musikkanals die komplette Fernsehwelt. Mit dem Song „Video killed the radio star“ von The Buggles startete MTV sein Programm am 01. August 1981. In Europa gab es zunächst Englisch-sprachiges Programm, was mir persönlich besser gefiel. Da mit der Gründung des deutschen Musiksenders VIVA die Zuschauer fernblieben, strahlte MTV sein Programm ebenfalls in deutscher Sprache aus.

VIVA startete sein Programm am 01. Dezember 1993 mit dem Lied „Zu geil für diese Welt“ von den Fantastischen Vier. Der deutsche Musiksender VIVA gehört derweil dem MTV-Mutterkonzern Viacom Inc. Die Fernsehzuschauer kritisierten schon seit längerem, dass beide Sender zur Werbeplattform für Klingeltöne verkommen seien. Die ehemalige gesellschaftspolitische Bedeutung, welche beide Sender zwischenzeitlich erringen konnten, hat sich mit dem Aufkommen des Internets und der Online-Videoplattformen fast völlig aufgelöst. MTV wird in Deutschland nur als Pay-TV ausgestrahlt.

Hier und Jetzt: 

Wie bereits erwähnt, kommt die Online-Videoplattform Youtube hierzulande ebenfalls in Bedrängnis. Durch die entstandene Nische ist eine ganz neue Art von Plattform entstanden. Sie soll das Musik-TV-Format der Zukunft sein. Einer der größten Plattformen im deutschsprachigen Raum ist Tape.tv, die, eigenen Angaben zufolge, 3,9 Millionen Unique User verzeichnen kann und mehr als 45.000 Musikvideos in seinem Repertoire hat.

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Die Funktion von Tape.tv ist ganz einfach. Das im Jahr 2008 gegründete Format streamt seinen Inhalt, der sein Programm durch die User mitbestimmen lässt. Zusätzlich kann sich dieser jedoch auf Tape.tv mit seinen Nutzerdaten anmelden. Eine Anmeldung mit seinem Facebook-Account ist ebenfalls möglich. Nach der Anmeldung erhält der User innerhalb von 24 Stunden einen Aktivierungslink, nach dessen Bestätigung der Nutzer Zugriff auf das Programm des Musikfernsehen hat.

Da das Musik-TV Kooperationen mit Major Plattenfirmen wie Universal Music, Sony Music, EMI und Warner Music hat, kann Tape.tv auf deren Musikvideos zugreifen. Das Musikprogramm wird zwar redaktionell gestaltet, kann allerdings durch unterschiedliche Funktionen durch den Nutzer verändert werden. Neben einer Suchfunktion für einzelne Musikvideos, kann der User zwischen den einzelnen Musikgenre wählen. So werden nicht nur Mainstream-Songs aus Pop und Rock gezeigt, sondern auch Musik aus den Stilrichtungen Indi, Metal und Gothic Videos gestreamt. Zusätzlich kann man sich ein eigenes Mixtape mit bis zu 10 Videos erstellen, welches man dann an seine Freunde (z.B. über Facebook) versenden kann. Ähnlich wie die damaligen Musikkassetten, die man mit seinen Freunden austauschte.

Bei Tape.tv ist jedes Musikvideo erreichbar. Etwaige Gema-Probleme gibt es nicht. Das Programm finanziert sich hauptsächlich über Werbung und durch Kooperationen. Daher ist die Nutzung von Tape.tv für jeden kostenlos. Die Darstellung von Tape.tv läuft mittels Flash, wodurch eine gute technische Performance gewährleistet wird. Zusätzlich zu Tape.tv gibt es noch einen anhängigen Blog, auf dem es regelmäßige Beiträge zu den aktuellen Musikvideos gibt.

Fazit: 

Tape.tv ist ein guter Ausgleich zu den Musiksendern im Fernsehen. Positiv ist, dass man als Nutzer das Programm mitbestimmen kann. Allerdings sind 45.000 Musikvideos nicht besonders viel, wenn man sich die Bandbreite von Youtube anschaut, wo allerdings nicht ausschließlich offizielle Musikvideos der Labels zu sehen sind. Trotz der Anmeldefunktion über Facebook, ist es umständlich, sich bei Tape.tv erst anmelden zu müssen, um die so genannten Mixtapes erstellen zu können. Allerdings beobachten wir die erzwungenen Anmeldungen vermehrt bei vielen Portalen, gerade in Deutschland. Die Datensammlungswut kennt mittlerweile keine Grenzen mehr.  Nutzen kann man das Programm jedoch auch ohne Anmeldung. Das in sich geschlossene Programm von Tape.tv ist gut gegliedert und von der Funktionsweise ausreichend. Ferner ist Tape.tv seit Ende 2010 auf Sony iptv zu empfangen und es gibt dementsprechende Apps. Als Apple-User schaut man, zumindest nach meiner Recherche, auf ein schwarzes Bild. Einen dementsprechenden App habe ich im App-Store nicht gefunden.

Erreichen könnt ihr Tape.tv unter der Domain www.tape.tv

1 Comment

  1. Also ich kann tape.tv auf meinem iPhone sehen, es gibt zwar keine App. im App-Store, dafür aber eine mobile Seite, auf die man weitergeleitet wird, wenn man tape.tv normal aufruft.

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