Empowerment: deutschsprachiger Hardcore-Punk mit Wut im Bauch

Die neueste Veröffentlichung von Deutschlands tollstem Hardcore-Label kommt von den coolen EMPOWERMENT. Empowerment verzichtet gänzlich auf codierte Bandinfos, Namedropping, Referenzen und Schwanzvergleiche, die am Ende doch keine sind, sondern nur der klägliche Versuch uns in eine Schublade zu pressen, uns Etiketten zu verpassen.

Am Anfang unserer Reise haben wir uns zwei Überschriften gesetzt, nämlich möglichst asozial zu klingen und es anders zu machen. Anders zu machen, als die ganzen anderen Herdentiere, die sich brav im Schutz des Rudels sonnen und sich unreflektiert im eigenen Schein suhlen. Anders zu machen, als Leute es von uns erwarten, wir wollen uns von vorgegebenen Etiketten lösen und scheißen auf die Aussage: „so macht man das halt“. Fuck it. „So machen wir das hier“

Jedes Individuum in der Band wurden durch die Hardcore/Punk Szene sozialisiert, und deren Werte und Pseudowerte haben jeden einzelnen geprägt und in eine Richtung gelenkt. Auf der „Gegen.kult Session“ befindet sich ein Song der den Titel ’90er‘ trägt, aus dem ich nun wie folgt zitiere:

„ Für mich war es bunte Vielfalt, blühende Subkultur, unbeschwert und doch voller Bürden – Assimilation. Für mich war es bunte Vielfalt, blühende Subkultur, unbeschwert und doch voller Bürden – Sozialisation“. Seziere ich also kurz diese Fragmente meiner eigenen Worte, so reflektieren sie den Pfad, auf dem wir uns befinden.

Auf der einen Seite ein Loblied an die alten Tage, an die Zeit als Hardcore/Punk scheinbar nicht so genormt und etikettiert war. Scheinbar. Als Zeitzeuge trug ich in dieser unbeschwerten Zeit doch Bürden und konnte vieles nicht zulassen, war längst nicht so offen für Neues. „New York und sonst nix“.Stillstand ist jedoch keine Option, und so lösen sich im weiteren Verlauf des Textes die Zeilen auf.

„Zeiten ändern sich und die Zeiten ändern mich, öffne meine Arme, doch vergess‘ die Werte nicht, die mich prägten und zu dem gemacht, was ich jetzt bin.“ Es geht also ums Weitergehen im Leben, ums Assimilieren, Hinterfragen, progressiv zu sein und Dinge kritisch zu hinterfragen. So schließt sich nun also ein langgezogener Kreis und umreißt, warum wir mit Empowerment nicht jede Sau durchs Dorf jagen, nicht auf jeder verfickten Rammelbude angemeldet sind – warum wir wertschätzend und individuell, ja vielleicht sogar kreativ, mit unserem Gegenüber in Dialog treten.

Das Leben ist eine Aneinanderreihung vieler Momentaufnahmen, und so schreibe ich diese hier und heute nieder – aus Wertschätzung und Achtung. Empowerment ist es also ein Anliegen, Brücken zu bauen, in einer kranken und kalten Zeit für Solidarität und Zusammenhalt einzustehen. Screaming for change, and questioning everything.Hardcore war schon immer sein eigenes Ding durchzuziehen und drauf zu scheißen was andere denken und sagen.

Hardcore war schon immer antifaschistisch, und wir halten diesen Banner hoch und sagen: Fuck you zu Nazis, Faschisten, Rassisten, Sexisten und homophoben Wixern. Hardcore schon immer gegen Mainstream und Kommerz – D.I.Y. Hardcore war schon immer Punk – willkommen in unserer Welt.

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