Albumcheck | Psychedelic Rock lebt – Dwellers: Good Morning Harakiri

Die Gestaltung der Schallplattenhülle zeigt ohne Umschweife, was den Käufer erwarten wird, wenn er sie in der Hand hält, die zweite Platte der Dwellers names „Good Morning Harakiri“: Hippie-Psychedelic-Bluesrock in der Tradition der späten Sechziger.

Schwer wälzen sich sechs Titel durch die beschallte Raumluft, schwer, wie typische Vorläufer des Hard Rock und Heavy Metal damals(R) waren. Woodstock oder Monterey wären gute Auftrittsorte gewesen, wäre die Band nur vierzig Jahre älter. Rockig-bluesige Riffs und ein insgesamt rotziges Klangbild, das nach Whiskey und verbranntem Hanf duftet und dem gerne mit drei Buchstaben abgekürzten Lysergsäuredieethylamid, sind das Fundament für das tranceartige Röhren von Gitarrist und Sänger Joey Toscano.

Zeitgemäß ist diese Mucke also nicht unbedingt, doch dies ist kein Kriterium. Spaß soll sie machen, und das tut sie durchaus. Deshalb will ich den Dwellers auch nicht ihren Retro-Sound samt dreckigem Mix vorwerfen. Besonders die Nochlangsamer-Nummer „Old Honey“ ist schön spacig.

Doch nun kommt das große ABER:

Die sechs Titel (keine Angst, die Anzahl der Titel ist angesichts deren Länge relativ!) klingen allesamt ein wenig zu gleichartig, und der durchgehend unsaubere, ja dreckige Mix nutzt sich schnell ab. Der Musik fehlt etwas. Vor allem ein großes Stück Originalität, Einigartigkeit. Und den alten Stil mit neuen Einfällen aufzupeppen wäre sicherlich nicht die schlechteste Idee gewesen. So bleibt im Ohr ein leichter, fader Beigeschmack von Langeweile.

Für sich genommen rockt „Good Morning Harakiri“ schon.

Aber.

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