Albumcheck | Number One von Everlaunch

Was hören meine entgeisterten Ohren da? Everlaunch – was soviel bedeutet wie Everlaunch. Die deutsche Alternative-Rock-Band aus Rotenburg (ohne „H“ und nicht „ob der tauber“) beglückt seit dem 16. März ihre Fans mit ihrem neuen Longplayer, den die Jungs mal so schlicht und einfach „Number One“ getauft haben. 

Erschienen ist die Scheibe auf dem Label Me.Inyou (Soulfood). Wer den Longplayer der fünf Herrschaften von Everlaunch in den Player schiebt wird zugleich positiv rockig überrascht. Gegründet im Jahr 1999 als Schülerkapelle, mit ersten Konzerten vor 500 Mitschülern in der Aula des örtlichen Ratsgymnasiums, konnte sich die Band nur nach und nach durchbeißen.

Dabei konnten sie bereits Konzerte von zahlreichen Bands wie Oasis eröffnen. Ein Wunder, dass nur wenige Augen auf diese vielversprechende Allianz aus Patrick, Todde, Andi, Sönke und Sebastian gerichtet sind. Mag vielleicht auch daran liegen, dass die kleine Indie-Band wohl lieber den steinigen und ehrlichen Weg geht, als sich großartig kommerziell vermarkten zu lassen. Authentizität scheint hier großgeschrieben zu werden.

Musikalisch sind die Rocker (mit einer kleinen Portion Pop) irgendwo zwischen Placebo, Coldplay und der smarten Version von Angels & Airwaves angesiedelt. Nun gibt es mit „Number One“ das zweite „offizielle“ Album. Bei Wikipedia werden jedoch auch die DIY-Scheiben erwähnt.

Neben hochenergetischen Synthies, die auf krachende Langäxte und wummernde Schlagzeugpassagen treffen, gibt es schöne Pianoakkorden zu hören. Abwechslung kann der Ohrenzeuge ausreichend entdecken. Denn temporeiche und auch leise Töne fanden ihren Weg auf den Longplayer. Emotional erfrischend hinzu paaren sich zudem eingängige Melodien, die es verdient hätten in die Charts aufzusteigen. Nein, Everlaunch muss sich mit „Number One“ wahrlich nicht verstecken.

Sicherlich strahlt diese Platte mehr Intelligenz und Herzblut aus, als den anderen Einheitsbrei, den wir häufig auf die Ohren bekommen. Dabei geht es auf der Scheibe hauptsächlich um das Thema Nummer Eins: der Liebe. Vielleicht auch aus diesem Grund der Name. „Number One“ setzt an, auch Zuhörern außerhalb des Alternative- bzw. Indie-Zirkus zu gefallen. Sehr solide produziert und absolut radiotauglich, ohne dabei aalglatt oder abgenutzt zu wirken. Zu bemängeln gibt es lediglich, dass manches Mal der typisch „deutsche-englisch-Sound“ herauskommt.

Gut gemacht! Geheimtipp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.