Albumcheck | New Season von Luke Leighfield

Kennt ihr das, wenn ihr ein Digipack aus seiner Plastikverpackung ausgepackt habt und der Longplayer nach „neu“ riecht? Ähnliches ist mir mit dem Album „New Season“ von Luke Leighfield passiert. In seiner Heimat bereits als englischer Ben Folds gefeiert, beglückt er mit seinem neuen Werk die Ohren seiner Zuhörer. Ab heute ist die Scheibe im Handel erhältlich und wir kamen nicht drum rum uns die Scheibe mal anzuhören. 

Mittlerweile ist das junge Talent 24 Jahre alt und kann bereits auf seine vierte Albumveröffentlichung stolz sein. Ausgefeilt und mit feinen Klangmustern kommt der Longplayer daher. Außerdem ist der Künstler etwas ganz besonderes. neben seinem eigenen Label, managt er sich selbst, bucht selbst seine eigenen Tourneen und spielt nebenbei noch mal so eben in den Wohnzimmern seiner Freund. Ja, wer möchte dann nicht sein Freund sein. Wohnzimmerkonzerte haben auf jeden Fall etwas für sich. 

Zusätzlich, und da will ich wieder auf das Digipack zurückkommen, achtet Luke Leighfield darauf, dass sowohl sein Merchandise als auch seine CD-Verpackungen ökologisch und fair produziert werden. Ist ja auch nicht selbstverständlich. Von jedem seiner Alben spendet der Brite zudem einen Euro bzw. Pfund an die Christian Aid Organisation.

„New Season“ fängt zugleich mit dem Opener „Slow Down“ vielversprechend an. Und überhaupt, auf dem Longplayer sind verschiedene Klangteppiche zu vernehmen. Nicht nur die Sparte Singer-Songwriting ist vorhanden, obwohl man Leighfield nur zu gern in diese Ecke drängen möchte. Etwaige Tendenzen werden direkt mit Streichern und Bläsern aufgelockert, um teilweise von kreischenden Rockgitarren erschreckt zu werden.

Die klassische Musikausbildung, die Leighfield genossen hat, ist ein Zeichen für den „ruhigen bzw. dahinplätschernen“ Sound. Die schmatzenden und fetzigen Soundpassagen legen Zeugnis von der Liebe zur Rockmusik ab. Miteinander verührt, ergibt sich ein klangvolles Bild. Leider wünscht man sich zeitweilig, dass der Sänger mal so richtig laut ins Mikro schreit und den Weichspüler aus dem Leib lässt.

Im großen und ganzen kann man schon sagen, dass New Season ein schönes Werk ala „fast-wäre-es-James-Blunt-geworden-nur-nicht-ganz-so-kitschig“ geworden ist. Reinhören lohnt sich in jedem Fall.

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