Albumcheck | Flying Colors von Flying Colors

Also, der 23. März muss wohl für jeden Musikjournalisten ein Horrordatum sein. Warum? Na ganz einfach, bei den vielen Veröffentlichungen die am heutigen Tag in die Plattenläden kommen, kann einem ganz schön schwindelig werden. Und jeder Künstler soll natürlich an diesem Tag erwähnt werden. 

Wie ihr bereits bemerkt haben dürftet, wir haben unser System etwas umgestellt und veröffentlichen nur noch eine ganz bestimmte Anzahl von Artikel täglich. Also müssen wir ein wenig streuen, um auch eure Feeds nichts zu belasten. Heute steht jedoch auch die Veröffentlichung des Debütalbums „Flying Colors“ von Flying Colors an. Die Formation Flying Colors wird die Scheibe auf ihrem Music Theories Label veröffentlichen.

Doch wer genau ist Flying Colors? Dahinter versteckt sich ein Quintet mit einer einfachen Idee: virtuose Musiker und ein Popsänger machen neumodische Musik auf altmodische Weise. Daraus entwickelte sich die Band Flying Colors: Mike Portnoy (Schlagzeug, Gesang), Dave LaRue (Bass), Neal Morse (Keyboards, Gesang), Casey McPherson (Gesang, Gitarre) und Steve Morse (Gitarre). Gemeinsam sind sie dazu angetreten, eine Verschmelzung von klassischer Kunstfertigkeit und zeitgenössischer Musik voranzutreiben.

“Dieses Album enthält die Elemente, die man von jedem von uns erwarten würde. Doch die Summe aller Teile führte zu etwas völlig Neuem für alle Beteiligten.” – Mike Portnoy

Mit insgesamt 11 Einzelwerken ist der Longplayer „Flying Colors“ ausgestattet und hat sogleich einiges zu bieten. Während man sich beim opener „Blue Ocean“ ein wenig in die 1970er zurückversetzt fühlt und einige Passagen ein wenig nach den ganz alten Genesis klingen, begegnet dem Hörer mit „Shoulda Coulda Woulda“ die etwas härtere Gangart, die gewisse Ähnlichkeit mit Vera Mesmer oder auch Muse ausfweisen könnte. Packend ist der Song definitiv, zeigt er doch die Wandlungsfähigkeit der Band auf.

Weiter gehet es dann mit dem Stück „Kayla“, ein Song der mit einem ruhigen Spannungsbogen beginnt, um sich dann in lauten Gitarrenriffs wieder zu finden sowie mit mittelalterlichen Tönen zu enden. Nachfolgend kommt „The Storm“ daher. Klingt zwar auch irgendwie bekannt, geht aber sehr ans rockig angehauchte romantische Herz.

„Forever in a Daze“ überzeugt mit schnellem Tempo, gutem Schlagzeug-Sound sowie einer starken Stimmengewalt. Etwas Eighties-rockig wird es mit „Love is what I’m waiting for“. Bei „Everything Changes“ hat Flying Colors den Fokus auf Stimme und Gitarre gelegt, die sowohl klassisch und elektronisch unterwegs ist.

Leise Töne werden mit „Better than walking away“ angespielt. Richtig massakriert werden die Instrumente  in dem Stück „All falls down“, so dass man mit „Fool my heart“ einen ruhigen Ausgleich finden sollte. Last but not least schließt der Song „Infinite fire“ mit einer Spiellänge von 12 Minuten (!!!!!) den Longplayer ab.

Insgesamt geht es Song-technisch ein auf und ab. Der Spannungsbogen wurde nicht überstrapaziert, sondern gut umgesetzt. Nun kann es Geschmacksache sein, was Flying Colors bieten. Aus persönlicher Sicht ist die Auswahl und das Zusammenspiel der einzelnen Songs und Genre sehr gut gelungen, obwohl mir nicht jeder Song gefällt.

Flying Colors kann jedoch mit anderen Scheiben durchaus mithalten und wartet zudem mit radiotauglichen Ohrwürmern auf. Nettes Werk, einfach mal reinhören.

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