Albumcheck | Blaue Erbsen von Karl Neukauf

Wer nennt bitte sein Album „Blaue Erbsen“, zumal die Dinger ja eigentlich grün sind?! Herausgegeben hat das Werk kein geringerer als Karl Neukauf.

Der Chansonnier überrascht mit seinem neuen Werk mal wieder auf ganzer Linie. Erschienen ist „Blaue Erbsen“ bereits am 24. Februar auf Timezone.

Und was bietet das Album? Zuerst einmal überzeugt Karl Neukauf mit seiner sonoren Bassstimme und herausragenden Texten, die sehr poetisch wirken. Die Mitwirkenden sind abwechselnd filigrane und markanten Klaviermelodien, die sich in einen wunderschönen Klangteppich verwandeln.

Für die Freunde des Kleingedruckten ist Karl Neukauf genau das Richtige. Gut komponierte Klavierkaskaden und scheppernde Percussion hinterlassen bei dem Ohrenzeugen ein angenehmes Gefühl. Musikalisch beschränkt sich „Blaue Erbsen“ jedoch nicht nur auf die bisher genannten Komponenten, sondern kann ebenso mit schleppenden Schlagzeug, fernen Klängen von Akkordeon, Kontrabass und Harmonium aufwarten.

Zusätzlich gibt es Cellicatessen im Walzertakt und überdrehte Electro-Gitarren im Polkastil. Ein Hörgenuss der etwas anderen Art. Niemals langweilig.

Zu beachten sei, dass Neukauf sämtliche Instrumente sowie die Stimmen selbst eingespielt und eingesungen hat. Wenn das mal nicht von großem Talent zeugt, denn auch die Texte und die Kompositionen stammen von Karl Neukauf.

„Blaue Erbsen“ ist sehr anspruchsvoll und nichts für den leichten Musikkonsum. So muss man dem Werk ausreichend Raum zur Entfaltung geben. Man kann „Blaue Erbsen“ mit einem guten Rotwein vergleichen, der erst einmal Zeit zum Atmen benötigt. Der Unterschied zwischen dem Rotwein und der CD liegt darin, dass man „Blaue Erbsen“ in mehrmaligen Ohrwaschgängen genießen kann.

Neben schönen Klagfarben gibt es viel Poesie und einfallsreiche Texte zu hören. Gut gelungen.

Anspieltipps:

  • Seite 404
  • Edelweiß
  • Milder Mittwoch Morgen
  • Gegensprechanlage
  • Prost mit Brause

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