O Emperor veröffentlichen Hither Thither

Es erschließt sich nicht sofort, wie fünf Anfang zwanzig jährige Herren aus dem irischen Waterford mit einem derartigen Debüt um die Ecke kommen konnten, so unglaublich reif in Musikalität, Text, Instrumentierung und Arrangement. Denn O Emperor sind kein hipper Hurra-Folk mit eindimensionalen Wurzeln, O Emperor sind keine Musik am Puls der Zeit.

„Hither Thither“, das in Irland bei einem Majorlabel herauskam, es dort auf Platz sechs der Album-Charts schaffte (ja, in manchen Ländern passiert so etwas noch!) und in der Kategorie „Album des Jahres“ für den renommierten Choice Music Price 2011 nominiert wurde, verweist stattdessen geschickt auf 70ies Soft-Rock (Sedalia), Syd Barrett-Ära Pink Floyd (Heisenberg), perfekt austarierten Indierock (Po), West Coast-Psychedelica oder fast schon klassischen Britpop (Don’t Mind Me).

Da sind Klangfarben und Atmosphären, die sich innerhalb eines einzigen Liedes ständig verformen und wandeln, betörende und gleichsam zwingende Melodien, die sich trotz wechselnder Songwriter innerhalb der Band durch sämtliche Lieder des Albums ziehen. Und vor allem ist da immer wieder das Gefühl beim Hören, dass hier eine Band gerade ganz federleicht ihre eigenen Klassiker in den Kanon der Musikgeschichte hineinschreibt.

O Emperor haben viele Jahre darauf verwendet, einen eigenen Band-Klang zu finden. Sie gingen gemeinsam zur Schule, dann auf‘s College, sie traten als Coverband auf und stritten über Musik. Klassische Songwriter wie Neil Young und James Taylor spielten als Einfluss eine ebenso große Rolle wie Midlake, Grizzly Bear, die Beach Boys oder Radiohead. Noch heute covern sie gern David Bowie oder The Band auf ihren Konzerten. Letztere verehren Sie ganz besonders aufgrund ihrer zeit- und nahtlosen Verknüpfung verschiedener musikalischer Traditionen. Die ist natürlich auch durch die bereits angesprochenen unterschiedlichen Songwriter innerhalb der O Emperor-Band gewährleistet. Denn obwohl man Gitarrist Paul Savage und Pianist Philip Christie als federführend bezeichnen könnte, legen alle größten Wert darauf, dass ein O Emperor-Song stets ein Gemeinschaftsprodukt aller Beteiligten ist.

O Emperor waren 2011 in England als Support vom Mumford & Sons unterwegs, traten beim SXSW, dem Festival Internacional de Benicàssim und sogar mit dem nationalen Symphonieorchester RTÉ auf. Mutig genug „Hither Thither“ auch außerhalb Irlands zu veröffentlichen, war man dann aber trotzdem nicht. Vielmehr wäre das Album beinahe still und heimlich an Zentraleuropa vorbeigegangen, hätte die Band es nicht schließlich doch losgeeist und es dem kleinen Dresdner Label K&F Records zur vertrauensvollen Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum überlassen. Dafür wurde nochmal neu gemastert und zwei Bonustracks –
O Emperors traditioneller Liveshow-Abschlusssong Some Small Matter und eine atemberaubenden Version von Sedalia, eingespielt mit dem RTÉ Concert Orchestra – hinzugefügt. Man ist gerüstet, für den nunmehr internationalen Auftritt.

O Emperor live im Mai 2012:

  • 03.05.12 D – Hamburg / Astrastube
  • 04.05.12 D – Offenbach / Hafen 2
  • 05.05.12 D – Dresden / Beatpol
  • 06.05.12 D – Berlin / Privatclub
  • 09.05.12 D – Münster / Pension Schmidt
  • 10.05.12 D – Hannover / Feinkostlampe
  • 11.05.12 D – Aachen / Jakobshof

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