Interviewcheck | Danny Tomb, 4Arm, Melbourne

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Australien ist bekannt dafür, einige der giftigsten Tiere der Welt zu besitzen- und eine der härtesten und am härtesten arbeitenden Thrash-Metal-Bands: 4Arm.

Danny Tomb, Gitarrist und Sänger der Band, opferte viel Zeit für dieses Interview von Metal-Redakteur Ulf Hundeiker.

Albumcheck: Der Name 4Arm entstand durch eine Witzelei, dass die Geschwindigkeit Eurer Musik ein „Unterarm-Unbeweglichmacher (Forearm-Immobilizer)“ sei wegen der schmerzenden Muskeln. Und heute? Schmerzen die Unterarme noch?

Danny Tomb, 4Arm, Guitar & VocalsDanny Tomb: (lacht) Ja, so war das, anfangs spielten wir so hart und schnell dass sie schmerzten, heute passiert das nicht mehr. Ich glaube, unsere Arme haben sich mittlerweile an die Misshandlung gewöhnt…

Albumcheck: Wie bist Du zum Metal gekommen? Auch wenn Du aus einer musikalischen Familie stammst, die waren wohl kaum Headbanger, nehme ich an?

Danny: Yeah, meine Familie ist musikalisch, mein Vater spielt Saxophon, ich habe einen jüngeren Bruder, der Gitarre spielt und auch singt. Meine ältere Schwester hat michmit Metal bekannt gemacht, als ich etwa sechs Jahre alt war, ich habe es sofort geliebt.

Albumcheck: Mit sechs Jahren? Hast Du damals auch schon begonnen, Metal zu spielen?

Danny: Nein. Meine erste Band hatte ich mit zwölf als Sänger, wir spielten überwiegend Stücke nach. Mit zwölf begann ich auch, Gitarre zu spielen. Aber es brauchte etliche Jahre, bis ich gut genug war, um als Gitarrist einer Band beizutreten.

Albumcheck: Im Jahr 2004 wurde 4Arm gegründet und war innerhalb Australiens schnell erfolgreich. Aber Ihr wollt bestimmt noch mehr. Ich nehme an, Ihr wollt international auf Tournee gehen, kannst Du uns darüber schon etwas sagen? Daten, Events, als Support Act oder als Headliner?

Danny: (lacht) Darüber kann ich zur Zeit noch nicht viel sagen. Davon abgesehen fliegen wir irgendwann dieses Jahr nach Europa rüber, ebenso in die Vereinigten Staaten.

In einigen Regionen stehen schon ein paar Termine, aber ich kann wirklich noch nichts sagen jetzt. Auf jeden Fall freuen wir uns wirklich darauf, das wollten wir schon immer machen.

Albumcheck: Wo würdet Ihr denn am liebsten mal auftreten wollen? Wacken? 😀 (Hoffe ich!)

Danny: Mit Wacken würde ein Traum wahr werden. Es gibt viele Festivals, auf denen wir gerne mal spielen würden, um nur ein paar zu nennen müssten es Wacken sein, das Download Festival, Loud Park in Japan und Mayhem in den USA. Ich wünschte, ich könnte behaupten bei einem davon zu spielen (lacht). Bislang wurden wir noch nicht für ein Festival gebucht, aber wir hoffen sehr darauf.

Albumcheck: Kürzlich wurde Euer drittes Album veröffentlicht, „Submission for Liberty“. Ist der Verkauf gut angelaufen bisher, in Australien und International?

Danny: (lacht) Ja, endlich veröffentlicht… für uns war das fast ein Jahr Arbeit, und es jetzt endlich in den Regalen zu sehen ist ein großartiges Gefühl! Bislang waren die Reaktionen auf das Album phantastisch, wir sind alle sehr glücklich, wie gut es angenommen wurde bisher.

Tatsächlich wurde es in Australien bisher noch gar nicht veröffentlicht, und vor Anfang März wird das auch nichts werden, aber auf jeden Fall ist da ein ganzer Haufen Leute, die es haben wollen. Ehrlich gesagt, die Unterstützung von allen Leuten hier und in Übersee war überwältigend.

Albumcheck: Ihr braucht viel Zeit, um eine Platte zu machen. Die Resultate sind großartig, aber könnt Ihr damit Eure Familien ernähren?

Danny: Geld ist das schwierigste, was Du mit Musik machen kannst (lacht). Das ist eine sehr bekannte Tatsache. Wir nehmen schon ein wenig ein, aber nicht genug, um bequem davon leben zu können. Wir müssen immer noch normal arbeiten. Allerdings, “Submission for Liberty” ist ja gerade erst raus (lacht).

Albumcheck: Mir ist aufgefallen, dass eine Menge Insider (vor allem Bands) auf die Musik von 4Arm stehen. Wo oder in welchem Land meinst Du, könnt Ihr mit Eurer Musik die meisten Menschen begeistern?

Danny: Wir freuen uns über jeden, der unsere Musik mag, sie kommt von Herzen, und das, was wir tun, tun wir, weil wir es lieben. Es ist wirklich so simpel.

Nun, bisher bekamen wir tolle Reaktionen auf die Musik aus Großbritannien, Deutschland und Schweden. Das ist schon erstaunlich für uns, ich meine, das Album ist da gerade erst erschienen und die Leute stehen drauf und reagieren gut darauf. Das ist ein Gefühl von Vollendung, wir genießen jede Minute davon.

Albumcheck: Zum Thema Songwriting:
Wie Du in einem anderen Interview erwähntest: „Es gibt eine Menge Inspiration direkt in unserem Wohnzimmer… Oder sobald wir die Türen öffnen.“ – Eure Stücke sind inspiriert vom Leben, von der harten Scheißwirklichkeit. Sie sind voller Zorn, erzählen von üblen Geschehnissen, Missständen, Ungerechtigkeit und übermäßiger Angepasstheit. Davon gibt’s eine ganze Menge. Wie wählst Du da die Eindrücke aus?

Danny: Da sind so viele Sachen, die mich frustrieren und verdammt wütend machen. Ich frage mich, wie gewisse Leute überhaupt weiterleben können mit dem Wissen, was sie in ihrem Leben angerichtet haben. Ich meine natürlich Kinderschänder, Vergewaltiger, Regierungen und Konzernriesen… Es ist unmöglich, alles in ein Album zu packen. Vieles von „Submission to Liberty“ behandelt diese Themen, wenn auch so geschrieben, dass es nahezu zu jedem Thema passt.

Ich weiß, dass sich viele Menschen mit diesem Album und dessen Frust über diese Welt und der Art, wie viele von uns leben müssen, identifizieren können. Das Album ist echt und die Themen sind echt und kommen von jemandem, der sie erfahren und sie aushalten musste.

Michael Vafiotis, 4Arm, Drums

Michael Vafiotis, Drums

Albumcheck: Wie haltet Ihr das alles aus?
Und die Musik schreiben… Ich glaube nicht, dass Ihr auf dem Klo sitzend schreit „Heureka! Das Stück ist fertig!“ oder zusammen in der Garage hockt und jemand sagt: „Hey, lasst uns mal einen verdammten Song schreiben!“? Oder ist Songwriting eine Art Hausaufgabe?

Danny: Ich kann das alles gar nicht aushalten!!! Ich hasse das, was aus dieser Welt geworden ist… Wir leben in einer extrem selbstsüchtigen Welt voller Gier und Menschen, die gehirngewaschen wurden um das zu denken, was deren Regierungen wollen. Das frustriert mich täglich.

(lacht) Songwriting ist für mich eine Art Wissenschaft. Manchmal fliegen Dir die Sachen regelrecht zu und Du stellst fest, dass schnell einige Stücke zusammenkommen.

Ein anderes Mal fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, nur eine einzige Zeile zu vollenden oder so. Mick und ich schreiben alles von 4Arm, wir haben unser Rezept, und die Art, wie wir Dinge machen möchten scheint für uns sehr gut zu passen.

Wir verbrachten viel Zeit mit „Submission for Liberty“ und arrangierten die Songs sehr sorgfältig. Alles war sorgfältig geplant (lacht), wir haben nie etwas auf dem Klo geschrieben oder einen Haufen Krach gemacht in einer Garage. Alles fand bei geringer Lautstärke statt, dass wir genau hören konnten was wir taten, und wir wussten genau, was wir wollten.

Albumcheck: 4Arm machen rohen, modernen Thrash Metal der Alten Schule. Hart, schnell und ziemlich aggressiv. Habt Ihr je überlegt, mal eine wundervolle, sentimentale Ballade zu verzapfen wie Metallica mit „Nothing Else Matters“?

Danny: Das haben wir überlegt und dachten, es würde einfach nicht auf diese Platte passen. Auf einem früheren Album haben wir eine Ballade über einen Vater, der seine Kinder verlassen muss, um seine Familie zu unterstützen. Er will das nicht, hat jedoch keine Wahl. „Submission for Liberty“ haben wir nur geschrieben, um Euch vom Anfang bis zum Ende in den Arsch zu treten. Da gibt es nichts schwaches auf dem Album, es ist komplett hart und aggressiv und genau das wollten wir.

Albumcheck: Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten hat mal gesagt: „Ich denke, Du mußt erstmal vom Lärm plattgewalzt werden, um die Stille zu genießen.“ Genießt Du manchmal die Stille?

Danny: Manchmal brauche ich Ruhe. Nach jedem Auftritt muss ich den Ort für mindestens eine halbe Stunde verlassen, um meine Gedanken neu zu ordnen und mich zu entspannen. Andererseits finde ich Stille manchmal ohrenbetäubend. Ich neige dazu, viel zu viel zu denken wenn ich alleine bin und es still ist.

Albumcheck: Ein paar letzte Worte für heute- was möchtest Du unseren Lesern noch sagen?

Danny: (O-Ton auf Deutsch und unverfälscht) An meine deutschen Brüder und Schwestern in Metall. Im Namen der 4ARM und ich, wir danken Ihnen für die Zeit nehmen, um unsere Thrash hören, wir lieben dich und werden Sie sehr bald zu sehen.

Deutsche Übersetzung
Australia is well known for some of the most poisonous animals – and one of the hardest and hardest working thrash metal bands in the world: 4Arm.

Danny Tomb, guitarist and vocalist, did spend a lot of time with metal editor Ulf Hundeiker for this interview.

Albumcheck: „4Arm“ was named by joking, the speed of your music was immobilising the forearms because of aching muscles. Today, are your 4Arms still hurting?

Johnny Glovasa, 4Arm, Lead Guitar

Johnny Glovasa, Lead Guitar

Danny Tomb: (Laughing) Yes it was, in the beggining we played so hard and fast that they would ache, it doesn’t happen anymore… I think our arms are used to the punishment now…

Albumcheck: How did you get into metal? You’re coming from a musical family, but they were no headbangers, I suppose?

Danny: Yeah my family are musical, my Father played saxaphone, i have a younger brother who plays the guitar and is also a vocalist. My older sister actually introduced me to metal when i was around 6, i have loved it since the first time i heard it..

Albumcheck: In the age of six… did you start playing metal that time, too?

Danny: No… I started my first band when i was 12 as a vocalist, we used to play mainly covers. 12 years old is when i also started to play guitar… But it took a couple of years until i was good enough to join a band as a guitarist.

Albumcheck: And in 2004 4Arm was founded and soon got successful in Australia. But you may want more. You are planning to tour international, I suppose. Is there something you could already tell us about? Dates, events, support, headliner?

Danny: (Laughing) there really isn’t too much i can say at this stage apart from, we are heading over to Europe sometime this year as well as the United States.
Some dates have been locked in certain regions but i really can’t say just yet. It is definitley something we are very excited about and something we have always wanted to do.

Albumcheck: Which event or whatever else would be something ultimate to dream of? Wacken? 😀 (I hope so!)

Danny: Wacken would be a dream come true, there are many festivals that we would love to play but to name a few it would have to be Wacken, Download festival, Loud Park in Japan and the Mayhem Festival in the United States… I wish i could tell you that we are playing any of them (Laughing).. We haven’t been booked for any festivals just yet but are definitley hoping to be.

Albumcheck: Your third album „Submission For Liberty“ has been published recently. Did it have a good start by now, in Australia and international? Sold lotsa copies, I hope?

Danny: (Laughing) yes finally released…. For us it has been almost a year in the making and to have it finally get instores is a great feeling. So far the response to the album has been fantastic and we are all very happy with reception it has been recieving. It actually isn’t released in Australia yet and wont be until early march but there is definitely alot of people wanting to get there hands on it. Honestly the support from everyone here and over seas has been overwhelming.

Albumcheck: You need a lot of time making a record. The results are great, but can you feed your family with your music?

Danny: Money is one of the hardest things you can make with music (Laughing) it’s a very well known fact, we make a little but not enough to live comfortably from it, we all still work day jobs. After all, Submission for Liberty was only just released (laughing).

Albumcheck: Yes, I realized that a lot of insiders (mainly bands) are very fond of 4Arm. Where or in which country do you think your music is fascinating people most?

Danny: We appreciate any one who enjoys our music, we play it from the heart and we do what we do because we love it, it really is just that simple. Well so far we have had great response to the music from the UK, Germany, and Sweden. Which is an amazing thing for us, i mean to actually have our album out there and people are appreciating it and responding well to it is a real sense of accomplishment and we are loving every minute of it.

Albumcheck: Let’s talk about songwriting.
As you said in another interview: „There’s plenty of inspiration right in our living rooms…Or as soon as we open our doors.“ , your songs are inspired by life, by the hard fuckin‘ reality. They’re full of anger, telling about bad things that had happened, about grievances, injustice and inappropriate conformism. And there’s a lot of this stuff. How do you select from all this?

Danny: There are so many things in this world that make me so damn angry and frustrated, i wonder how some people even continue to live knowing some of things they have done in their lives, obviously i’m talking about child sex offenders and rapists, governments and corporate giants… It is impossible to fit it all into one album, alot of what is on „Submission for Liberty“ covers these issues though it is writen in such a way that it can be almost aplied to each topic. I know many people can relate to this album and it’s frustration towards the world and the way in which many of us have to live. The album is real and the topics are real and come from someone who has experienced it and has had to endure…

Andy Hinterreiter, 4Arm, Bass

Andy Hinterreiter, Bass

Albumcheck: How can you stand all this stuff?
And composing the music… I don’t think you’re sitting on the toilet screaming „Heureka! I’ve got some music!“ or together in your garage and somebody says: „Hey, let’s write some fucking song!“? Or is songwriting some kind of homework?

Danny: I can’t stand all this stuff!!! I hate what the world has become…. We are living in an extremely selfish world full of greed and where most people are brainwashed into thinking exactly what their governments will have them believe. It is something that frustrates me on a daily basis.

(Laughing) songwriting to me is almost a science. Somtimes things can some to you very quickly and you find that some songs come together very quickly.
Other times it can take what feels like an eternity just to finish a verse section or something. Mick and I do all the writing in 4ARM we have our formula and the way we like to do things which seems to work very well for us. We spent alot of time with Submission for Liberty and took alot of care in the arrangements of the songs. It was all carefully planned (laughing) we never wrote anything on the toilet or making a bunch of noise in a garage, everything was done at low volumes so we could hear exactly what we were doing and knew exactly what we wanted.

Albumcheck: 4Arm is raw, modern, old school thrash metal. Hard, fast and very aggressive. Ever thought about writing a wonderful, sentimental ballad like Metallicas „Nothing Else Matters“?

Danny: We have thought about it and thought that it just wouldn’t fit on this record, we do have a ballad on our previous album which is writen in reflection to a father having to leave his children to support his family,
it’s something he doesn’t want to do but has no choice. We wrote
Submission for Liberty for the pure intention of it to kick your ass from start to finish. There is nothing weak on the album it is all hard and aggressive and that is exactly what we wanted.

Albumcheck: Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) said: „I think you have to be flattened by noise to enjoy the silence.“ Do you enjoy silence sometimes?

Danny: Sometimes i need silence. After every show i have to leave the venue for at least half an hour just to re-group my thoughts and calm myself. Though on the other hand sometimes for me silence can be deafening. I tend to think way too much when i am alone and in silence.

Albumcheck: Your finals words for this time- what do you want to tell our readers?

Danny: An meine deutschen Brüder und Schwestern in Metall. Im Namen der 4ARM und ich, wir danken Ihnen für die Zeit nehmen, um unsere Thrash hören, wir lieben dich und werden Sie sehr bald zu sehen. (Original)

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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