Albumcheck | Tales Of Deliria: Beyond The Line – tödliches Geknüppel aus dem Süden.

(jump to english version)
In Süditalien brennt die Sonne. Von dort kommt die fünfköpfige Death-Thrash-etc-Formation namens Tales of Deliria. Genauer gesagt, sie kommen aus Bari.

Bari? Da war doch was?

Genau: Vinterblot! Neulich stellten wir einen Tontäger von denen vor, und es sieht so aus, als sei Bari eine Brutstätte böser Kerle, deren Hauptziel ist, ihre Instrumente trotz einigermaßen bestimmungsgemäßen Gebrauchs so bald als möglich zu zerstören.

Der Sound von „Beyond the Line“, nicht dem ersten von Tales of Deliria aufgenommenem Album, ist eine Wand bröckelnden, rostigen Stahlbetons, der einzig und allein zu dem Zweck  brüchig wird, Dich zu erschlagen. Balladen? Nie gehört! Die zehn enthaltenen Titel hören meist so plötzlich und rabiat auf, wie sie begonnen haben, und niemand bekommt eine echte Ruhepause.

Bei sehr hohem Tempo spielen Tales of Deliria außerordentlich präzise, und die Stücke sind so gestrickt, dass sich kein Klangbrei ergibt und jeder Musiker regelrecht gezwungen ist zu arbeiten. Vom Schlagzeug (wie um alles in der Welt merkt man sich derart viele verschiedene Trommelschläge in ausgetüftelten Rhythmen und in dieser Geschwindigkeit?) über die Gitarre-Bass-Gruppe (für die genau dasselbe gilt) bis zu den Vocals (singen will ich das jetzt nicht nennen, mal klingt es wie ein gewürgter Rabe, mal eher wie ein Greis mit Kehlkopfentzündung).

Harte Riffs wechseln mit dissonanten Melodien und Arpeggien seltsamer Akkorde. Dazu die Drums mit dem Sound von Verdun 1916 und eine unverwechselbare Stimme. Da haben wir’s: die gelungene Chimäre aus Death und Thrash. Die so gar nicht nach der schönen Adria klingt.

Kaufen!
English
The sun is burning in southern Italy. Which is home of the five member death thrash wtf band named Tales of Deliria. To be more precisely, they’re coming from Bari.
Bari? Sounding familiar?

Exactly: Vinterblot. We discussed their last album recently, and Bari seems to be the cradle of bad boys who are mainly determined to destroy their instruments as fast as possible by using them more or less correctly.

The sound of „Beyond The Line“ (not the first album recorded by Tales of Deliria) is a wall of a wall of crumbling, rusty reinforced concrete thats only eroding to struck you to death. Ballads? Never heard about! The album’s ten tracks mostly end as brutal as they began, and nobody ever gets a break.

At very high speed Tales of Deliria are playing extremely precise, and the songs are composed in such a way that there’s no sonic mush. Every musician is forced to work very hard. If you talk ‚bout the drums (how can somebody remember such a number of drum beats in tricky rhythms and in this speed?), ‚bout guitars and bass (just the same) or the vocals (I din’t want to call it „singing“ as it is sometimes sounding like a gargled raven, sometimes like a very old man suffering from laryngitis – wonderful!).

Hard riffs changin‘ to dissonant melodies and arpeggios of strange chords. Adding the drums sounding like Verdun in 1916 and a remarkable voice: That’s it: The great chimerea of death and thrash. Not really the sound of nice Adria beaches.

Buy or die!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.