Albumcheck | Schweizer, progressiv: Prisma – „You Name It“

Die Schweizer machen entweder löcherigen Käse oder ganz genaue Uhren. Dazwischen jodeln sie. Sicher? Zumindest die vier Buben, die sich den unscheinbaren Namen „Prisma“ gaben, jodeln nicht.

Alles andere als das. Das ab dem 24. Februar erhältliche neue Album „You Name It“ beginnt erst einmal fast brachial wie eine Metal-Scheibe, solange, bis man wegen anderer gehabter Erwartungen gründlich verwirrt ist.

Danach gehen die Musiker vom Gas und zu etwas weniger rappeligem, sorgsam ausgetüfteltem Klangbild über. Unter den Klanginstrumenten taktet ein im übrigen besonders interessantes Schlagzeug. Dennoch unauffällig und nicht überladen, vielleicht gar der interessanteste Instrumentalteil.

Diese Taktik wird immer wieder, verteilt über das Album, aufgegriffen. Bis die Wirkung nachlässt. Was sie leider tatsächlich tut, denn trotz vielfältiger Rhythmen variieren die Titel untereinander nur begrenzt. Auch die Vocals, deren häufig in die Länge gezogenen Schlussvokale etwas abnützlich oft auftauchen.

Dabei fällt ausgerechnet Track Nummer 9, „Seceeder“, positiv aus dem Rahmen. Gerade wegen ausgesprochen tranciger relativer Monotonie, die sich auf das Wesentliche konzentrierend zeigt: weniger ist oft mehr.

Alles in allem ist „You Name It“ von Prisma jedoch ein interessantes Album mit kleinen Schwächen. Diese zu gewichten ist Eure Sache.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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