Albumcheck | Lis Er Stille: „Nous“

Zwei Jahre war die Plattenpresse still, was die vier Dänen von Lis Er Stille betraf. Nomen est omen? Nicht doch, die Wikinger haben lediglich Anlauf genommen. Für „Nous“.

Das Begleitmaterial der Promo-CD weist die Musik auch für dieses Album aus als Progressive bzw. Art Rock. Das lasse ich so stehen, ich selbst neige mittlerweile immer mehr dazu, die Schubladen weniger werden zu lassen und dafür zu vergrößern. Allerdings: Progressiv und kunstmäßig ist der Stoff schon!Etwas schwerere Kost servieren Lis Er Stille da. „Nous“, νους, ist griechisch für den Sinn, die Wahrnehmung und das Verstehen der Wirklichkeit. Unter dieser kryptischen Überschrift setzt die Band sieben Titel noch kryptischerer Benennung und epischer Länge.

Die Musik hat Wiedererkennungswert, ist aber sehr, sehr Geschmackssache. Nur muß man, um sie zu erkennen, recht lange reinhören.

Der erste Höreindruck verleitet zu der Annahme, man habe mit Nous ein rockiges Album vor sich, doch bald schon bemerkt der Hörende: Es ist komplexer. Schwer zu beschreiben. Schnell, ohne schnell zu sein, getragen, ohne getragen zu sein, anders lassen sich die Kompositionen und Arrangements vonLis Er Stille nicht beschreiben. Vom Prinzip her wie U2 zu Zeiten von New Year’s Day, nur klingt das alles völlig anders.

Wirkt diese Review etwas wirr? Paradox? – Mag sein. Doch manchmal ist recht schwer, seine νους, seine Sinneswahrnehmungen nicht nur zu verstehen, sondern sie auch noch trefflich in Worte zu kleiden.

Tracklist Lis Er Stille „Nous“
ꝏ (Intro)
Human Head
The Bail
Epitome
Myte
Torchers
Asylum/Reap

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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