Albumcheck | Kisses On The Bottom von Paul McCartney

Zugegeben. Wir sind etwas spät mit der Vorstellung des neuen Albums von Paul McCartney. Ihr möget uns verzeihen. In unseren Breitengraden ist gerade Karneval und man wird überall mit „stimmungsvoller Musik“ beschallt.

Da bietet „Kisses On The Bottom“ von Paul McCartney den kompletten Gegensatz. Der Ex-Beatle wird auf seinem neuen Album “Kisses On The Bottom“ sehr nostalgisch.

Sein neuer Longplayer zeigt einen kleinen Blick auf die “Songs hinter den Songs“. Es ertönen die Klassiker, mit denen Paul in seiner Kindheit aufgewachsen ist. Zudem hat er zwei brandneue Songs auf den Silberling gepackt.

Lieder aus Paul’s Vergangenheit? Kann das denn gut sein und es entspricht es auch der Moderne? Von uns gibt es ein ganz großes: JAAAAAAAAA!!!!!! Mit tausend Ausrufezeichen!!!!!

Mit seinem neuem Album hat sich Paul McCartney einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Eine solche Liedersammlung wollte er seit knapp 20 Jahren umsetzen. Nun hat er den Sprung geschafft und wird sogleich „Jazz-Bar-Lastig“.

An “Kisses On The Bottom“ haben u.a. Produzent Tommy LiPuma, Diana Krall und ihre Band mitgewirkt. Gastauftritte gab es von Eric Clapton und Stevie Wonder. Hört man solche Songs, denkt man sogleich an alte schwarz/weiß Filme, die vor Romantik nur so triefen. Man denkt an Schauspieler wie James Stewart, Humphrey Bogart, Doris Day oder Audrey Hepburn. Noch heute kann ich mich daran erinnern, wie Fred Astaire mit Ginger Rogers über das Parkett glitt. Ach Du schöne alte Zeit.

Mit 14 Titel ist das Album gut ausgestattet. Songs wie “It’s Only A Paper Moon”, “The Glory Of Love”, “Always” sind zwar schon in den 1930er Jahren (und früher entstanden), dennoch haftet Ihnen immer noch der alte Hollywood Charme an.

“Ich fand Künstler wie Fred Astaire ziemlich cool. Songschreiber wie Harold Arlen, Cole Porter usw. fand ich einfach magisch. Und als ich dann selbst Songs schrieb, merkte ich, wie gut gemacht und schön diese Stücke waren”, so Paul.

Er hatte wohl während der Aufnahmen ähnliche Gedanken wie ich. Das Besondere an diesem Album: Paul McCartney nahm die Lieder ausschließlich ALLEIN und OHNE Begleitung von Instrumenten auf.

Was der Ohrenzeuge auf „Kisses On The Bottom“ zu hören bekommt, ist nicht der typische Paul McCartney, sondern zeigt eine ganz neue Seite auf, die mit Verlaub, runter geht wie Öl.

Sehr gut gelungen und sehr starkes Album.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.