Newscheck | Robert Stadlobers Band Gary – Hey Turtle, Stop Running!

Das Cover von Gary ist schlicht, einfach und zeigt nicht viel: Da liegt eine Schildkröte im Sand und bewegt sich eigentlich nicht.  Und trotz der Gemütlichkeit des Tiers schreit die Band im Titel ihres neuen Albums „Hey Turtle, Stop Running!“

Die Welt ist zu hektisch geworden. Reizüberflutung und Stress gehören zum Alltag und in Zeiten des Internets findet man nur schwer die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Warum nicht alles etwas langsamer angehen?
Wenn die ersten Töne des neuen Albums „Hey Turtle, Stop Running!“ aus den Boxen knistern, beginnt man schon zu ahnen, dass hier ein anderes Konzept von Zeit herrscht. Und spätestens beim Refrain des zweiten Liedes “Epitaph“, wo es heißt: “This Is Our Future Going Up In Flames“, weiß man, wo man sich befindet. Mitten im fröhlichen Nihilismus, im Paradies der Planverweigerer, im Slacker Kingdom.

Jetzt könnte man denken, dass Gary so sehr aufgehen in ihrer Slacker Glorie, dass sie sich nicht einmal die Mühe machen, eigene Lieder zu schreiben. Aber dieser Gedanke wird spätestens bei “Twisted Beds“ von einem lauen Sommerwind weggefegt. Und bei “Love Is und “Hell Teema“ ist man sich dann ganz sicher: Hier wird nichts nachgemacht! Hier ist eine Band zuhause in dem, was sie tut. Klar erkennt man die Einflüsse und Helden in den Liedern. Aber das muss so sein, denn das hier ist POP! In Capital Letters. Und trotzdem wird alles, die ganze Welt, ähnlich wie bei Best Coast, Girls oder Yuck, durch ganz eigene, neue Augen gesehen. Durch die Augen von Teenagern, die sich das erste Mal auf einer Pavement-Show küssen und zerbrochenen Liebschaften zu Sebadoh-Tapes hinterherweinen.

Hier werden Songs in die ungerechte, überkomplizierte Welt hinausgesungen mit der Euphorie, dem Schmerz, der Enttäuschung und ja, auch der Wut der Jugend.

Denn wie sagte schon Calvin Johnsonn von Beat Happening: “Rock´n´Roll Is A Teenage Sport, Meant To Be Played By Teenagers Of All Ages“. Und bei diesem Album “Hey Turtle, Stop Running!“ weiß man dann endlich wieder, warum Calvin immer Recht hat! 

Das Album ist zeitlos, Hektik ist hier fehl am Platz. Wunderschöner College-Rock, der auch hätte gestern geschrieben worden sein,  denn beim Hören kann man sich sehr gut vorstellen,  dass sie noch gestern Abend in der Aula deiner alten Schule gespielt haben.

Tourdaten:

20.01.2012

GER – Hamburg, Fabrik (Benefiz \“Kein Mensch ist illegal\“)

25.02.2012

GER – Bremen, Schwankhalle (+ Nina Hagen)

12.04.2012

GER – Hamburg, Grüner Jäger

13.04.2012

GER – Görlitz, Basta

14.04.2012

GER – Aschaffenburg, Beatbaracke/Jukuz (+ Sex Jams)

16.04.2012

GER – Jena, Cafe Wagner

18.04.2012

GER – Oberhausen, Druckluft

19.04.2012

GER – Fulda, Kulturkeller

20.04.2012

GER – Köln, King George

22.04.2012

GER – Bremen, Schwankhalle

23.04.2012

GER – Göttingen, Apex

24.04.2012

GER – Dresden, Ost Pol

26.04.2012

AUT – Graz, Explosiv

27.04.2012

AUT – Dornbirn, Spielboden

28.04.2012

AUT – Steyr, Röda

02.05.2012

AUT – Wien, Flex

04.05.2012

AUT – St. Pölten, Freiraum / KlingKlang


 

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