Albumcheck | Vinterblot: Nether Collapse

Vinterblot- klingt irgendwie nach skandinavischem Metal. Die (Künstler)Namen der düster aussehenden Musiker ebenso. Ihre skandinavisch-metallischen Titel behalndeln unter anderem Stoff, der auch gut zu Amon Amarth passen würde .

Warum aber kommen die dann aus Italien?

Italien lässt in der Tat zunächst an Eros Ramazotti (Rodgau Monotones: „Geiler Jägermeister“) denken. Dass das Land, wo die Zitronen blühen, auch nordische Schwermut und stampfenden Death Metal hervorbringen kann statt immer nur schmalztriefend-knödelige „Felicita“, „Caprifischer“ und „O Sole Mio“ beweisen fünf junge Metaller aus Bari an der sonnigen Adria.

Nordisch-heidnisch geprägter Death Metal mit einer ordentlichen Prise Black bringt statt der Sonne des Teutonengrills den frostigen Winter von Niflheim ins Gemüt, beginnend mit dem genretypischen, depressiv gezupften Präludium, nach dessen Vollendung wie ebenso üblich brachial gemetalt wird, was Gitarren und Amps hergeben. So weit, so konventionell- Vinterblot bleiben sehr dicht an ihren Vorbildern. Ein wenig zu dicht.

Vielleicht muss das so sein, damit die Adria endlich mal einfriert. Auf jeden Fall beherrschen die Mittelmeer-Wikinger ihr Handwerk so gut, dass ich mir und ihnen sehr wünschen würde, noch weiter abzurücken vom Original, um selbst eines zu werden. Das Zeug dazu haben sie jedenfalls, und damit erstarkt die Hoffnung, der musikalischen Biederkeit weltweit etwas entgegensetzen zu können! Denn gut sind sie auf alle Fälle immer noch.

Reinhören lohnt sich auf jeden Fall!

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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