Albumcheck | Sphärischer Jazz von Knut Bjørnar Asphol: Mnemonic

Der Jazz-Purist wird meckern, ist „Mnemonic“ doch deutlich poppig gestaltet und damit vielleicht einem breiteren Publikum zugänglich. Doch seicht ist die Platte nicht, so entspannt, wie sie auch rüberkommen mag.

Knut Bjørnar Asphol ist vielseitig. Das (man verzeihe diesen furchtbaren Ausdruck) Wunderkind begann mit sechs Jahren, Gitarre zu spielen und hatte alsbald achtzig Songs komponiert und aufgenommen. Er ist nicht sehr festgelegt, hat auch schon am Grand Prix Eurovision Song Contest teilgenommen.

Das Titelstück Mnemonic erinnert an „Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd, insgesamt ist auch das übrige Album vergleichbar gemischt. Im weiteren Verlauf finden sich wechselnd auch poppigere Vokalpartien und viele World Music-Anleihen deutlich im Stil eines László Hortobágyi der Mittneunziger. Wilden Umgang mit Rhythmen und Harmonien sucht man jedoch vergebens. Uptempo-Nummern ebenso. Kein Elf-Dreizehnteltakt in Fisis doll. Das Album will offenbar entspannen. Gut für die leise Beschallung einer Cocktailbar oder einer gepflegten Cocktailbar. Oder für den Feierabend.

Musik muss nicht immer aufregend sein. Man muss sich auch einfach mal zurücklehnen und entspannen dürfen.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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