Albumcheck | Kurz und schmerzlos: „Short Songs“ von Silverstein

Es ist, als würde man von einem Truck überfahren. Man weiß nicht, wie einem geschieht, da ist es schon wieder vorbei. Die 22 „Short Songs“ machen dem Albumtitel jedenfalls alle Ehre. Dieser zehnte Tonträger von Silverstein krachen brutal in die Cochlea, und gleich einem STUKA-Angriff sind sie ebenso schnell wieder vorbei. Objektiv gemessen: zwischen 5 und 100 Sekunden, bei deren Ende man sich mehr erschreckt als beim Einsetzen der Musik.

Eine Reminiszenz an den guten, alten Punk, deutlich zu erkennen am Old-School-Plattencover und an adaptierten Titeln unter anderem von den legendären Dead Kennedys. Mit einem gewaltigen Schuss Hardcore-Power. Dabei  sehen die fünf Kanadier, (welche übrigens ab März in Old Europe unterwegs sind) eher harmlos aus. Vielleicht sind deshalb auch zwei Fast-Balladen mitgeliefert.

Das Material macht Spaß, wenn man unter Spaß nicht gerade Gesellschaftstanz versteht. Langweilig wird die Musik nie (allein schon mangels Länge als solcher), wobei mancher sicherlich mehr Freude gehabt hätte mit mehr Zeit zum Hören, um mehr wahrnehmen zu können, was alles noch so darin steckt in dieser Musik. Nur würde dies wohl dem Konzept der Short Songs zuwiderlaufen. So bleibt statt des Länger nur das Öfter in der Repeat-Schleife eines Abspielgerätes.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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