Albumcheck | „Glow and Flutter“: Fröhlicher Trübsinn von „Excuse Me Fire“

Der erste Longplayer der Münchener  Indie-Alternative-Usw.-Formation Excuse Me Fire schäumt einen widersprüchlichen Stimmungscocktail auf: Gute Laune oder Trübsal? Das ist hier die Frage! Entscheiden wir uns für das erstere, denn trotz nachdenklicher Texte ist die Musik ambivalent genug, beides zu transportieren.

Auf jeden Fall beweisen die Vier eines: Sie haben einen erkennbar eigenen Stil. Scheppernd übersteuertes Gitarrenschrabbeln, simpel erscheinend, aber raffinierte Riffs und Licks zu einem scheinbar normalen Off-Beat, der doch irgendwie, hört man genauer in, irgendwie anders ist… Ein wenig wie Placebo, nur völlig anders.

Was den depressiven Eindruck noch mehr trübt, ist die offensichtliche Freude an der Sache und an interessanten, kleinen Einfällen, die die Musik verzieren, ohne zu auffällig zu sein oder sie gar zu überladen. Also Gute Laune. Oder?

Jedenfalls haben sie bei einem Bandwettbewerb die Plattenaufnahmen gewonnen. Zu recht. Innerhalb von fünf Tagen war das Album aufgenommen. Ob die knappe Zeit Grund für ein paar etwas schiefe Stellen war? Oder war das Absicht?

Klar, der Stoff ist nicht jedermanns Sache und eigentlich auch nicht meins, also Metal-Ulfs, Beuteschema. Aber je öfter ich dieses Album höre, desto mehr entdecke ich seine Qualitäten. Ihr solltet dies auch tun.  Allein schon aus Neugier. So lange, bis es Euch gefällt!

 

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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