Albumcheck | Bulletmonks pokern: Royal Flush on the Titanic

Einst brachte Nürnberg große Komponisten hervor wie Pachelbel, Löhner und Krieger. Heute kommen vor dort Bands wie die Bulletmonks, sicherlich einiges lauter als die vorgenannten Herren um 1700irgendwas.

Nach dem gefeierten Debut mit „Weapons of Mass Destruction“ legen The Bulletmonks nun nach mit Royal Flush on the Titanic“ – Weniger Poker, als man denkt!

Nach Mönchsgesängen  hört sich der Stoff wirklich nicht an. Eher wie Projektile schießen die vier Franken ins Ohr. Naja, Franken, irgendwie haben sich Australier, Amerikaner und Franzosen dort lärmend niedergelassen und erzeugen das, was sie als „Rock’n’Roll played with a Metal attitude“ bezeichnen. Doch besser, man scheidet auf Schubladen aus und hört unbefangen rein in ein Album, welches simpler scheint, als es ist.

Mal könnten Hörende meinen, es sei Punk. Mal eher Metal. Oder sowas wie AC/DC könnte durchkommen. Oder wasweißich. Macht es also weiter wie Lemmy, nennt es Rock’n’Roll.

Die Riffs- nicht simpel, aber leicht zu hören. Sie sind einfach groovy, sie bohren sich in der Cochlea fest und kommen schwer wieder heraus. Der Sound- fuzzy wie AC/DC oder Motörhead, das Tempo ebenso. Die Musik überfordert netterweise nicht mit überflüssigem Gefuckel, pseudointellektuellem Gedöns oder angeberischem „Ich bin der Schnellste!“ – Sie rockt einfach. Schon wegen des weisen Ratschlags, man möge sich nicht mit dem Barkeeper anlegen.

Atempausen hat das Album kaum zu bieten. Wozu auch? Gelegentlich kommen ein paar luftige Stellen mit weniger dichtem Klangbild. Das muss reichen. Sind ja nicht Justin Bieber.

Sicherlich sollte man vor dem Kauf hineinhören. Mehr als einmal. Und dann urteilen. Sie hat mehr zu bieten, als man denkt.

Bulletmonks unterwegs:

03.02.12 – GER Bamberg Sound n Arts
05.02.12 – GER Frankfurt Batschkapp (sup. D-A-D)
06.02.12 – GER Nürnberg Hirsch (sup. D-A-D)
07.02.12 – GER Stuttgart Röhre (sup. D-A-D)
08.02.12 – GER Berlin Postbahnhof (sup. D-A-D)
09.02.12 – GER Osnabrück Lagerhalle (sup. D-A-D)
10.02.12 – GER Hannover Musikzentrum (sup. D-A-D)
11.02.12 – GER Bochum Zeche (sup. D-A-D)
12.02.12 – GER Köln Luxor (sup. D-A-D)
16.02.12 – GER München Backstage (sup. D-A-D)

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.